{"id":4491,"date":"2019-02-19T10:39:13","date_gmt":"2019-02-19T10:39:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/?p=4491"},"modified":"2019-02-19T11:43:07","modified_gmt":"2019-02-19T10:43:07","slug":"can-you-ever-forgive-me","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2019\/02\/19\/can-you-ever-forgive-me\/","title":{"rendered":"Can You Ever Forgive Me?"},"content":{"rendered":"<p>USA 2018 Regie: Marielle Heller mit Melissa McCarthy, Richard E. Grant, 107 Min. FSK ab 0<\/p>\n<p>Nach dem gro\u00c3\u0178artigen \u00e2\u20ac\u017eThe Diary of a Teenage Girl\u00e2\u20ac\u0153 begeistert Regisseurin Marielle Heller nun mit dem Portr\u00c3\u00a4t einer 50-j\u00c3\u00a4hrigen F\u00c3\u00a4lscherin. Melissa McCarthy brilliert befreit vom Ulknudel-Image in einer wunderbaren Charakterrolle.<\/p>\n<p>Ihre alten Biografien \u00c3\u00bcber Katherine Hepburn oder Est\u00c3\u00a9e Lauder stehen selbst beim Antiquar auf dem Ramschtisch, ihre Ideen f\u00c3\u00bcr neue interessieren keinen, weil die Pers\u00c3\u00b6nlichkeiten niemand mehr kennt. Lee Israel (Melissa McCarthy) ist 1991 in New York ganz unten angekommen und bekommt von ihrer Agentin gesagt: \u00e2\u20ac\u017eDu kannst ein Arschloch sein, wenn du ber\u00c3\u00bchmt bist\u00e2\u20ac\u0153. Auch bei der Party mit lauter Autoren kann niemand mehr etwas mit der Biografin anfangen. Aber wenigstens zwei halbe Rollen Toilettenpapier und einen warmen Wintermantel kann Lee Israel dort abstauben.<\/p>\n<p>Die 50 j\u00c3\u00a4hrige Frau, die Katzen mehr mag als Menschen, kann die Miete f\u00c3\u00bcr ihr stinkendes Drecksloch nicht mehr zahlen, als sie zuf\u00c3\u00a4llig den Wert signierter Briefe ber\u00c3\u00bchmter Autoren entdeckt. Nun lebt sie ihr literarisches Talent in kurzen Nachrichten von Dorothy Parker oder Noel Coward aus. Zum wunderbaren Brummen der elektrischen Schreibmaschine, dem Soundtrack ihrer Schreibblockade, gesellen sich andere Typographen f\u00c3\u00bcr die jeweiligen Schreib-Epochen. Der Autorin ohne Freunde ist dabei ihr schwuler Zufallsbekannter Jack (Richard E. Grant) behilflich, der mit der gleichen besoffenen Arroganz auf der Stra\u00c3\u0178e gelandet ist.<\/p>\n<p>Es ist unglaublich wohltuend, Melissa McCarthy nach furchtbaren Ulknudel-Klamotten wie \u00e2\u20ac\u017eSpy &#8211; Susan Cooper Undercover\u00e2\u20ac\u0153 oder \u00e2\u20ac\u017eHow to Party with Mom\u00e2\u20ac\u0153 hier als wirklichen Charakter zu sehen. Tats\u00c3\u00a4chlich befolgt Lee Israel irgendwann den Rat der Agentin, ein netterer Mensch zu werden und ein sauberes Hemd anzuziehen. Das Trinken aufzugeben, w\u00c3\u00a4re allerdings zu viel verlangt. \u00e2\u20ac\u017eCan You Ever Forgive Me?\u00e2\u20ac\u0153 entwickelt sich irgendwann zu einer kleinen Gangster-Geschichte, weil das FBI hinter einer Serie von Brief-F\u00c3\u00a4lschungen her ist. Aber vor allem der Mensch-Werdung der empfindlichen und einsamen Autorin folgt man gerne. Lee Israel ist, wie sie selbst sagte, keine Dorothy Parker, aber auch ohne die lauten, unfl\u00c3\u00a4tigen T\u00c3\u00b6ne ein sehr interessanter Charakter. Dass Marielle Heller aus den Memoiren der Leonore Carol Israel (1939-2014) so einen sch\u00c3\u00b6nen Film machte, best\u00c3\u00a4tigt posthum die Kommentare aller Bekannten: Du solltest mal etwas \u00c3\u00bcber dich selber schreiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>USA 2018 Regie: Marielle Heller mit Melissa McCarthy, Richard E. Grant, 107 Min. 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