{"id":4330,"date":"2018-02-22T15:06:49","date_gmt":"2018-02-22T14:06:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/?p=4330"},"modified":"2018-11-01T13:00:48","modified_gmt":"2018-11-01T12:00:48","slug":"utoya-22-juli","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2018\/02\/22\/utoya-22-juli\/","title":{"rendered":"Ut\u00c3\u00b8ya 22. Juli"},"content":{"rendered":"<p>Norwegen 2018 Regie: Erik Poppe mit Andrea Berntzen 98 Min. FSK ab 12<\/p>\n<p>Man wei\u00c3\u0178 was passiert ist: Der rechtsextreme Norweger Anders Breivik lie\u00c3\u0178 am 22. Juli 2011 in Oslo eine Bombe explodieren, die acht Menschen t\u00c3\u00b6tete, und ermordete darauf in einem Zeltlager der sozialistischen Jugendorganisation auf der Insel Ut\u00c3\u00b8ya 69 Menschen, 300 wurden schwer verletzt. In seinem umstrittenen Film \u00e2\u20ac\u017eUt\u00c3\u00b8ya 22. Juli\u00e2\u20ac\u0153 zeigt Regisseur Erik Poppe zuerst die Explosion in Oslo aus der Perspektive von \u00c3\u0153berwachungskameras. Dann Jugendliche auf der Insel, die vom Anschlag wissen, sich aber besonders sicher f\u00c3\u00bchlen. Norwegen ist auch hier eine bunte Gesellschaft. Aufgeweckte, politisch bewusste junge Menschen diskutieren die M\u00c3\u00b6glichkeit eines Terroranschlages und die von den Medien auch wieder mal vorgegebenen Schlagworte wie Al Quaida. Dann beginnt der Horrorfilm. Sch\u00c3\u00bcsse und Schreie im Off, einige Kinder kommen aus dem Wald gerannt. Per Handkamera (Martin Otterbeck), die der 19-j\u00c3\u00a4hrigen Kaja (Andrea Berntzen) konstant folgt, bekommt man das Gef\u00c3\u00bchl, mittendrin zu sein, ohne den T\u00c3\u00a4ter je wirklich zu sehen.<\/p>\n<p>72 Minuten dauerte das Massaker Breiviks, \u00c3\u00bcber eine Stunde lang hetzt der Film Kaja \u00c3\u00bcber die Insel. Im Wald auf dem Boden liegend, sich vor den Schreien und Sch\u00c3\u00bcssen wegduckend. Die Menschen im Ferienlager wissen nicht, ob da einer oder viele schie\u00c3\u0178en. Dann heulende Telefongespr\u00c3\u00a4che mit der Mutter, Kaja kann die kleine Schwester nicht mehr finden, die zuletzt alleine im Zelt war und wird bei der Suche zur Helferin und Heldin. Das ist anfangs nur atmosph\u00c3\u00a4risch im Dauerfeuer drastisch, dann auch noch in der Darstellung der Verwundungen.<\/p>\n<p>Die Verortung in der neuerlichen Zeitgeschichte nimmt \u00e2\u20ac\u017eUt\u00c3\u00b8ya 22. Juli\u00e2\u20ac\u0153 erst einmal den Verdacht des Spekulativen, aber gerade seine gute, spannende Machart macht ihn als Genrefilm austauschbar. Ausgerechnet der Dreck und Schlamm, in einem n\u00c3\u00b6rdlichen Sommerlager eher nat\u00c3\u00bcrlich vorkommend, erinnern noch einmal an aus purer Mordlust rumballernde Genrefilme. Gerade weil man es beim Attent\u00c3\u00a4ter Breivik mit einem intelligenten Wahnsinnigen zu tun hat, wirkt so ein Ansatz, pur den Schrecken erleben zu lassen, recht einfach. Br\u00c3\u00bcche in der Perspektive oder Reflektionen wie in Gus Van Sants \u00e2\u20ac\u017eElephant\u00e2\u20ac\u0153 fehlen. Ansonsten ist das Drama dramaturgisch mit ruhigen Momenten des Sterbens und einem Gespr\u00c3\u00a4ch \u00c3\u00bcber Zukunftstr\u00c3\u00a4ume gut aufgel\u00c3\u00b6st (Buch: Siv Rajendram Eliassen, Anna Bache-Wiig). Die Tour de Force von Hauptdarstellerin Andrea Berntzen macht Eindruck, der Film schockt nachhaltig und warnt im letzten Satz vor dem zunehmenden Rechtsextremismus in Europa und der westlichen Welt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Norwegen 2018 Regie: Erik Poppe mit Andrea Berntzen 98 Min. FSK ab 12 Man wei\u00c3\u0178 was passiert ist: Der rechtsextreme Norweger Anders Breivik lie\u00c3\u0178 am 22. 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