{"id":4185,"date":"2018-04-08T16:45:54","date_gmt":"2018-04-08T16:45:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/?p=4185"},"modified":"2018-04-08T17:52:18","modified_gmt":"2018-04-08T16:52:18","slug":"layla-m","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2018\/04\/08\/layla-m\/","title":{"rendered":"Layla M."},"content":{"rendered":"<p>Niederlande, Belgien, BRD 2016 Regie: Mijke de Jong, mit Nora El Koussour, Ilias Addab, Hassan Akkouch, 98 Min., FSK ab<\/p>\n<p>Layla M. k\u00c3\u00b6nnte eine sp\u00c3\u00a4t pubertierende Jugendliche sein: Nervig besserwisserisch geht sie in Gegenposition zu den Eltern. Etwas anders ist der Fall, weil die gute Sch\u00c3\u00bclerin Layla, die kurz vor ihrem Abschluss steht, irgendwann im Niqab am Tisch sitzt. Der Schleier l\u00c3\u00a4sst nur die Augen frei, das Essen wird reichlich schwierig und der aufgekl\u00c3\u00a4rte Vater rastet aus. Wie es zu dieser ersten Radikalisierung kam, erkl\u00c3\u00a4rt der Film recht seltsam und untergr\u00c3\u00a4bt damit seine eigene Hauptfigur. Ist es tats\u00c3\u00a4chlich Rassismus gegen die aus Marokko stammenden Einwanderer, wenn ein wei\u00c3\u0178er Schiedsrichter Laylas wild gefordertes Abseits f\u00c3\u00bcr ihren Verein ignoriert? Und sie auf ihr aggressives Gemecker eine entsprechend grobe Antwort erh\u00c3\u00a4lt? Vielleicht setzt der Film aus den Niederlanden einfach den dort speziellen Alltags-Rassismus gegen\u00c3\u00bcber \u00e2\u20ac\u017eMarokkanern\u00e2\u20ac\u0153 voraus. Erw\u00c3\u00a4hnt wird f\u00c3\u00bcr Laylas zunehmend aggressives Verhalten selbstverst\u00c3\u00a4ndlich der rechte Druck von Wilders, gegen den ein Verfahren wegen ausl\u00c3\u00a4nderfeindlicher Aussagen l\u00c3\u00a4uft. Sie ihrerseits ist begeistert von Hassprediger-Videos und noch mehr von Abdel, der diese filmt.<\/p>\n<p>So wirken Gehirnw\u00c3\u00a4sche \u00c3\u00bcbers Internet und Romeo-Verf\u00c3\u00bchrung f\u00c3\u00bcr die Reise in den Nahen Osten wenig bedrohlich. Dass sich diese besondere Form von Jugend-Rebellion allerdings f\u00c3\u00bcr eine Selbstmord-Attent\u00c3\u00a4terin begeistert, erschreckt schon. Doch auch von der anderen Seite her funktioniert der Film der angesehenen niederl\u00c3\u00a4ndischen Regisseurin und Autorin Mijke de Jong nicht: Nach der Flucht an die Grenze zu Syrien erweist sich der rasch angetraute Jung-Spielberg des Dschihad als muslimischer Macho. Und Layla, die unter den h\u00c3\u00a4rtesten Radikalen die emanzipierte Frau rauskehrt, ist dann \u00c3\u00bcberrascht, dass ihr Mann das Tanzen verbietet. Tats\u00c3\u00a4chlich \u00c3\u00bcberraschend wirkt h\u00c3\u00b6chstens sein Gesinnungswandel innerhalb weniger Stunden. Das mag sicher auch so passieren, aber viel mehr als diese Erkenntnis \u00e2\u20ac\u201c \u00e2\u20ac\u017eso was passiert\u00e2\u20ac\u0153 \u00e2\u20ac\u201c vermittelt der Film nicht. Zudem ist er langweilig. Die Stufen der Entfremdung der eigentlich integrierten Fremden wirken eher papiern als gelebt, behauptet und nicht verst\u00c3\u00a4ndlich. Vielleicht liegt es auch an der Synchronisation. Die Empfehlung: Besser des einf\u00c3\u00bchlsame und ber\u00c3\u00bchrende franz\u00c3\u00b6sische Radikalisierungsdramas \u00e2\u20ac\u017eDer Himmel wird warten\u00e2\u20ac\u0153 sehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Niederlande, Belgien, BRD 2016 Regie: Mijke de Jong, mit Nora El Koussour, Ilias Addab, Hassan Akkouch, 98 Min., FSK ab Layla M. k\u00c3\u00b6nnte eine sp\u00c3\u00a4t pubertierende Jugendliche sein: Nervig besserwisserisch geht sie in Gegenposition zu den Eltern. 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