{"id":3921,"date":"2017-08-06T13:35:31","date_gmt":"2017-08-06T12:35:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/?p=3921"},"modified":"2017-08-06T13:42:45","modified_gmt":"2017-08-06T12:42:45","slug":"dalida","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2017\/08\/06\/dalida\/","title":{"rendered":"Dalida"},"content":{"rendered":"<p>Frankreich 2016 Regie: Lisa Azuelos mit Sveva Alviti, Riccardo Scamarcio, Jean-Paul Rouve, Nicolas Duvauchelle 124 Min. FSK: ab 12<\/p>\n<p>Zahllose Erfolge als S\u00c3\u00a4ngerin, drei Partner, die sich umgebracht haben, bevor sie sich selbst mit 54 Jahren das Leben nahm: Das Leben von Dalida war schon lange Melodram, bevor jemand auf die Idee kam, daraus ein Filmdrama zu machen. 30 Jahre nach ihrem Tod \u00c3\u00bcberrascht Kom\u00c3\u00b6dien-Regisseurin Lisa Azuelos (\u00e2\u20ac\u017eLOL \u00e2\u20ac\u201c Laughing Out Loud\u00e2\u20ac\u0153) mit dieser ber\u00c3\u00bchrenden und einnehmenden Biographie Dalidas.<\/p>\n<p>1933 wurde Dalida in Kairo als Yolande Gigliotti geboren, der italienische Vater, ein Musiker, im Krieg als vermeintlicher deutscher Kollaborateur verhaftet. Ihre Karriere beginnt mit einem ersten Konzert im legend\u00c3\u00a4ren Olympia in Paris 1953 und hielt Jahrzehnte an. Mitte der 70er gab es ein Comeback in den USA mit Disco und Lester Wilson, dem Choreographen von \u00e2\u20ac\u017eSaturday Night Fever\u00e2\u20ac\u0153. Ihren Hit \u00e2\u20ac\u017eSalma Ya Salama\u00e2\u20ac\u0153 sang sie in Arabisch, es folgten Konzerte in \u00c3\u201egypten und im Libanon. Noch 1986 spielte sie in Youssef Chahines \u00e2\u20ac\u017eLe sixi\u00c3\u00a8me jour\u00e2\u20ac\u0153 (Der sechste Tag) die Hauptrolle. Tolle Schlager wurden mit ihrer tiefen Stimme und dem Akzent mit dem rollenden R im Franz\u00c3\u00b6sischen unverwechselbar. So richtig emotional aufgeladen erscheinen sie allerdings erst in diesem Bio-Pic: F\u00c3\u00bcr jede Lebenslage bis hin zum Abschied mit \u00e2\u20ac\u017ePour ne pas vivre seule\u00e2\u20ac\u0153 scheint es einen passenden Song zu geben, was bei der reichen Auswahl vielleicht tats\u00c3\u00a4chlich nicht schwer war.<\/p>\n<p>Denn ihr Privatleben war kein Hit: Ihr erster Ehemann, Lucien Morisse, Leiter des damals neu gegr\u00c3\u00bcndeten Privatradiosenders Europe 1, brachte sich ebenso um wie der Schlagers\u00c3\u00a4nger Luigi Tenco, mit dem Dalida 1967 w\u00c3\u00a4hrend des Festivals in San Remo das gleiche Lied sang. Und auch Richard Chanfray, von dem sich Dalida 1981 trennte, beging zwei Jahre sp\u00c3\u00a4ter Selbstmord. Die eigenen Krisen versuchte die K\u00c3\u00bcnstlerin mit Psychoanalyse und einem dreij\u00c3\u00a4hrigen Aufenthalt in Indien zu bew\u00c3\u00a4ltigen.<\/p>\n<p>Dieses wirklich bewegte Leben wird oft aus dem Blickwinkel ihrer M\u00c3\u00a4nner und ihres Bruders erz\u00c3\u00a4hlt, der auch ihre Biographie \u00e2\u20ac\u017eDalida &#8211; Mon fr\u00c3\u00a8re, tu \u00c3\u00a9criras mes m\u00c3\u00a9moires\u00e2\u20ac\u0153 schrieb. Regisseurin Lisa Azuelos gelang in \u00e2\u20ac\u017eDalida\u00e2\u20ac\u0153 eine elegante Montage von Erfolg und Drama durch verschiedene Lebensphasen angefangen mit Dalidas Kindheit in \u00c3\u201egypten. Gut inszeniert mit sehr stimmingen Bildern, Farben und Szenen. Das Zusammenspiel von dramatischen Ereignissen und intensiver Mimik begleitet eine nicht endenden Folge von Hits und Evergreens: \u00e2\u20ac\u017eParole, Parole\u00e2\u20ac\u0153 (mit sprechendem Alain Delon), \u00e2\u20ac\u017eBesame mucho\u00e2\u20ac\u0153, die Mini-Oper \u00e2\u20ac\u017eGigi l\u00e2\u20ac\u2122amouroso\u00e2\u20ac\u0153, \u00e2\u20ac\u017eBuenos noches, mi amor\u00e2\u20ac\u0153 oder \u00e2\u20ac\u017eIl venait d\u00e2\u20ac\u2122avoir 18 ans\u00e2\u20ac\u0153 passend als sie ihren viel j\u00c3\u00bcngeren Liebhaber und Literaten zusammenkommt. Die Dalida-Darstellerin Sveva Alviti ist dabei eine Entdeckung: Mit glaubhafter Interpretation schafft sie es, Faszination und Drama dieser Frau zu verk\u00c3\u00b6rpern &#8211; wenn man danach Originalaufnahmen sieht, scheint Alviti die authentischere, auf jeden Fall die intensivere Dalida zu sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frankreich 2016 Regie: Lisa Azuelos mit Sveva Alviti, Riccardo Scamarcio, Jean-Paul Rouve, Nicolas Duvauchelle 124 Min. 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