{"id":387,"date":"2007-02-09T12:10:30","date_gmt":"2007-02-09T11:10:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2007\/02\/08\/auftakt\/"},"modified":"2007-02-27T19:53:40","modified_gmt":"2007-02-27T18:53:40","slug":"auftakt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2007\/02\/09\/auftakt\/","title":{"rendered":"Berlinale-Er\u00c3\u00b6ffnung: La vie en rose"},"content":{"rendered":"<p>Berlin. Ein ersch\u00c3\u00bctterndes Leben, eindrucksvolles Schauspiel und etwas zu gewollte Filmkunst bildeten den Rosenstrau\u00c3\u0178 zur Er\u00c3\u00b6ffnung der 57.Berlinale. Die Film-Bio zu Edith Piaf sorgt f\u00c3\u00bcr einen stimmungsvollen Auftakt.<\/p>\n<p>Nein, es war nicht rosig, das Leben der Edith Piaf. Von Anfang an melodramatisch gestaltet Olivier Dahan (&#8220;Die purpurnen Fl\u00c3\u00bcsse 2&#8221;) seine filmische Biographie zur gro\u00c3\u0178artigen Chanson-G\u00c3\u00b6ttin. Als Kind schon in Gossenn\u00c3\u00a4he und Armut vernachl\u00c3\u00a4ssigt, landet die kleine Edith im Land-Bordell der Oma. Eine schwache Gesundheit begleitet dieses tragisch gezeichnete Leben, zeitweise taperte das Kind sogar erblindet zwischen den Freudenzimmer seiner anschaffenden Ersatzm\u00c3\u00bctter umher. Dann holt sie der Vater wieder zur\u00c3\u00bcck &#8211; in den Zirkus. Der noch ein wenig Heim bot, gegen\u00c3\u00bcber der dann folgenden Stra\u00c3\u0178enkunst. Bis der Clubchef Louis Lepl\u00c3\u00a9e (G\u00c3\u00a9rard Depardieu) die nur 1,42 Meter gro\u00c3\u0178e Chanteuse mit der gewaltigen Stimme entdeckt. Er nennt sie La M\u00c3\u00b4me Piaf (Kleiner Spatz), bald badet man in Erfolg und Champagner. Doch der n\u00c3\u00a4chste Schicksalsschlag lauert schon auf der folgenden Drehbuchseite: Lepl\u00c3\u00a9e wird ermordet, La M\u00c3\u00b4me st\u00c3\u00bcrzt ab, kommt zur\u00c3\u00bcck als Edith Piaf. Aus dem groben Stra\u00c3\u0178enm\u00c3\u00a4dchen wird wenigstens \u00c3\u00a4u\u00c3\u0178erlich eine Dame, ihre Ausf\u00c3\u00a4lle sind weiterhin grob und herrisch. Der Tod der gro\u00c3\u0178en Liebe, des Boxers Marcel Cerdan, bricht die zierliche Figur endg\u00c3\u00bcltig. Rheuma und Drogen f\u00c3\u00bchren zum endg\u00c3\u00bcltigen Zusammenbruch im Jahr 1960. Die gerade mal 44-J\u00c3\u00a4hrige ist ein Wrack. Dann noch ein letztes Lied, das gro\u00c3\u0178artige &#8220;Rien de rien&#8221;. Im Todeskampf wird alles zusammengerafft, die Liebe des Vaters, das Sterben der Tochter. Irgendwie billig, aber die Chansons rei\u00c3\u0178en alles raus.<\/p>\n<p>So ein Film hat es auch schwer: Eine Legende ins Bild zu bringen. All diesen unvergesslichen Melodien gerecht zu werden. Marion Cotillard (&#8220;Big Fish&#8221;, &#8220;Mathilde &#8211; Eine gro\u00c3\u0178e Liebe&#8221;, &#8220;Ein gutes Jahr&#8221;) ist immerhin eine sehenswerte Sensation. Mit Hilfe einer Meisterleistung der Maske schafft sie es, in die Haut ganz unterschiedlicher Piafs zu schl\u00c3\u00bcpfen. Die Freche, die Traurige, die Exzessive, die Trotzige &#8211; alles kommt aus diesen tiefen Augen und dem lebendigen Mund. Eine sch\u00c3\u00b6ne Instrumental-Szene l\u00c3\u00a4sst allein die Gesten, die Haltung der neuen Piaf wirken. Diese fast zweieinhalb Stunden dornigen Lebens braucht man nicht zu bereuen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin. Ein ersch\u00c3\u00bctterndes Leben, eindrucksvolles Schauspiel und etwas zu gewollte Filmkunst bildeten den Rosenstrau\u00c3\u0178 zur Er\u00c3\u00b6ffnung der 57.Berlinale. Die Film-Bio zu Edith Piaf sorgt f\u00c3\u00bcr einen stimmungsvollen Auftakt. Nein, es war nicht rosig, das Leben der Edith Piaf. Von Anfang an melodramatisch gestaltet Olivier Dahan (&#8220;Die purpurnen Fl\u00c3\u00bcsse 2&#8221;) seine filmische Biographie zur gro\u00c3\u0178artigen Chanson-G\u00c3\u00b6ttin. 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