{"id":3534,"date":"2016-06-22T07:58:44","date_gmt":"2016-06-22T06:58:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/?p=3534"},"modified":"2016-06-22T08:07:23","modified_gmt":"2016-06-22T07:07:23","slug":"the-neon-demon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2016\/06\/22\/the-neon-demon\/","title":{"rendered":"The Neon Demon"},"content":{"rendered":"<p>Frankreich, USA, D\u00c3\u00a4nemark 2016 Regie: Nicolas Winding Refn mit Elle Fanning, Karl Glusman, Jena Malone, Bella Heathcote 117 Min. FSK: ab 16<\/p>\n<p>Der neue sensationelle Schocker von Niklas Winding Refn nach \u00e2\u20ac\u017eDrive\u00e2\u20ac\u0153 (2011) und \u00e2\u20ac\u017eOnly God Forgives\u00e2\u20ac\u0153 (2013) sowie und der fr\u00c3\u00bchen \u00e2\u20ac\u017ePusher\u00e2\u20ac\u0153-Trilogie (1996-2005). \u00e2\u20ac\u017eThe Neon Demon\u00e2\u20ac\u0153 ist allerdings ein Refn-Film ohne Ryan Gosling. Daf\u00c3\u00bcr mit Keanu Reeves in einer Mini-Rolle als Motel-Chef in der Tradition von Norman Bates. Hier &#8220;Psycho&#8221; herbeizuzitieren, ist nicht zu gewagt, denn \u00e2\u20ac\u017eThe Neon Demon\u00e2\u20ac\u0153 brennt sich nicht nur in Netzhaut und Gehirnwindungen, er wird zuk\u00c3\u00bcnftig in den klugen B\u00c3\u00bccher \u00c3\u00bcber Psychologie und Film ein Kapitel einnehmen.<\/p>\n<p>\u00e2\u20ac\u017eThe Neon Demon\u00e2\u20ac\u0153 ist die Geschichte eines jungen Dings aus der Provinz, dass in Hollywood als Model Karriere machen will. Die 16-j\u00c3\u00a4hrige Jesse (Elle Fanning) wirkt naiv, aber sie wei\u00c3\u0178, sie ist sch\u00c3\u00b6n. Und Sch\u00c3\u00b6nheit ist die h\u00c3\u00a4rteste W\u00c3\u00a4hrung: \u00e2\u20ac\u017eSch\u00c3\u00b6nheit ist nicht alles, es ist das Einzige!\u00e2\u20ac\u0153 Schnell l\u00c3\u00a4sst Jesse ihren selbstlosen Freund hinter sich, ein harter, pulsierender Soundtrack (Musik: Cliff Martinez) treibt sie in die Kunstwelten der Models und Designer. Eine sehr freundliche aber auch geheimnisvolle Maskenbildnerin macht sie mit \u00e2\u20ac\u017e\u00c3\u00a4lteren\u00e2\u20ac\u0153 Super-Models bekannt, eine Party mit diesen eiskalten blonden Sch\u00c3\u00b6nen wirkt fast wie eine Horrorshow.<\/p>\n<p>Bei Jesses rasantem Aufstieg zum Star des Laufstegs bleiben die aber neidvoll zur\u00c3\u00bcck. W\u00c3\u00a4hrend sich genial klare Reflektionen \u00c3\u00bcber das unversch\u00c3\u00a4mte und r\u00c3\u00bccksichtslose Wesen von Sch\u00c3\u00b6nheit sehr kunstvoll ausbreiten, w\u00c3\u00a4chst der Neid der \u00e2\u20ac\u017ealten\u00e2\u20ac\u0153 Kolleginnen, die sich mit 21 gef\u00c3\u00a4lligst aus dem Gesch\u00c3\u00a4ft verabschieden sollen. In einem gro\u00c3\u0178artigen Splatterfest der Supermodels in den Hollywood Hills schlie\u00c3\u0178t sich der Kreis zum inszenierten Kunstblut der ersten Szene. Die wahre Bedrohung f\u00c3\u00bcr die Frauen stellen nicht die penetranten M\u00c3\u00a4nner in der Branche dar, es sind die Frauen selbst, die zu Vampiren des eigenen Geschlechts wurden.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00c3\u00a4ndlich ist auch dieser Refn voller Gewalt, diesmal ist es aber eine latente, systemimmanente und dann selbstzerst\u00c3\u00b6rerische. Die dauernden Geschichten von heftigen Sch\u00c3\u00b6nheitsreparaturen sind ebenso unappetitlich wie die Casting genannten Szenen der Fleischbeschau. Refn h\u00c3\u00a4ngt an einen genialen, umwerfenden Film noch einen Epilog an, in dem das wunderbar Klare noch mal im Horror-Stil durchgekaut und hochgew\u00c3\u00bcrgt wird. Dabei ist das Verspeisen eines Auges doch nur die konsequenteste Darstellung vom \u00e2\u20ac\u017eAugenschmaus\u00e2\u20ac\u0153, den uns das Kino vor allem bei Refn fortw\u00c3\u00a4hrend serviert. Allerdings in dem Sinne, das hier das \u00c3\u00bcberw\u00c3\u00a4ltigende Kino den Beobachter \u00c3\u00bcber das Auge verschlingt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frankreich, USA, D\u00c3\u00a4nemark 2016 Regie: Nicolas Winding Refn mit Elle Fanning, Karl Glusman, Jena Malone, Bella Heathcote 117 Min. 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