{"id":3025,"date":"2015-02-10T14:45:03","date_gmt":"2015-02-10T12:45:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2015\/02\/10\/inherent-vice-naturliche-mangel\/"},"modified":"2015-02-10T14:45:03","modified_gmt":"2015-02-10T12:45:03","slug":"inherent-vice-naturliche-mangel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2015\/02\/10\/inherent-vice-naturliche-mangel\/","title":{"rendered":"Inherent Vice &#8211; Nat\u00c3\u00bcrliche M\u00c3\u00a4ngel"},"content":{"rendered":"<p> USA 2014 Regie: Paul Thomas Anderson mit Joaquin Phoenix, Josh Brolin, Owen Wilson, Reese Witherspoon, Benicio Del Toro, Martin Short, Eric Roberts, Martin Donovan 148 Min.<br \/>\nWenn Paul Thomas Anderson nach \u00e2\u20ac\u017eBoogie Nights\u00e2\u20ac\u0153, \u00e2\u20ac\u017ePunch Drunk Love\u00e2\u20ac\u0153, \u00e2\u20ac\u017eThere Will Be Blood\u00e2\u20ac\u0153 oder \u00e2\u20ac\u017eThe Master\u00e2\u20ac\u0153 in seinem siebten Film \u00e2\u20ac\u017eInherent Vice \u00e2\u20ac\u201c Nat\u00c3\u00bcrliche M\u00c3\u00a4ngel\u00e2\u20ac\u0153 als erster \u00c3\u00bcberhaupt einen Romans des unverfilmbaren Thomas Pynchon angeht, ist das eine \u00c3\u00a4u\u00c3\u0178erst spannende Unternehmung mit ungewissen Ausgang. Ist es doch ein gerade ein Charakteristikum der vielschichtigen und stilreichen Pynchon-Romane, sich nicht in ein paar S\u00c3\u00a4tzen zusammenfassen zu lassen.<br \/>\nDas zumindest ist Anderson gelungen &#8211; man kann die Geschichte des dauerbenebelten Detektives und Arztes Larry \u00e2\u20ac\u017eDoc\u00e2\u20ac\u0153 Sportello (Joaquin Phoenix) recht einfach nacherz\u00c3\u00a4hlen: Ende der psychedelischen 1960er-Jahre taucht eine Ex von Doc auf und erz\u00c3\u00a4hlt was von ihrem milliardenschweren Immobilienmakler, dessen Ehefrau ihn mit ihrem Freund kidnappen und in die Klapsm\u00c3\u00bchle stecken will. Bei den Ermittlungen liegt ganz schnell eine Leiche neben dem allseitig unf\u00c3\u00a4higen Doc und sein Lieblings-Feind, der Polizist und neurotische Hippie-Hasser \u00e2\u20ac\u017eBigfoot\u00e2\u20ac\u0153 Bjornsen (genial: Josh Brolin) macht ich das Leben noch schwerer. Hilfreich ist vor allem die ordentliche und biedere Kifferin und Bett-Freundin Penny Kimball (Reese Witherspoon) bei der Staatsanwaltschaft.<br \/>\nLetztlich schafft es Doc, einen Freund aus einem komplizierten Lebenslauf voller verstrickter Undercover-Jobs und aus einer Nazi-Bikergang rauszuholen. Das verl\u00c3\u00a4uft im Film als Gras-vernebelte Zeitgeschichte, denn Anderson ist wieder nahe der 1970er-Jahren aus seinem ersten Erfolg \u00e2\u20ac\u017eBoogie Nights\u00e2\u20ac\u0153 gelandet. Alle sind von Charles Manson ver\u00c3\u00a4ngstigt, das Ende der Hippie-Seligkeit hat begonnen. Auf der Tonspur meldet sich immer mal wieder die Ex neben den Songs der Zeit von beispielsweise Neil Young und dem Soundtrack vom Radiohead Jonny Greenwood.<br \/>\nNun bleiben am Rand der Geschichte(n) noch haufenweise Figuren \u00c3\u00bcbrig und ein sehr entspannter Umgang mit \u00e2\u20ac\u017eder Realit\u00c3\u00a4t\u00e2\u20ac\u0153. Praktisch ist, dass die allgegenw\u00c3\u00a4rtigen Drogen immer als Begr\u00c3\u00bcndung f\u00c3\u00bcr surreale Momente herhalten k\u00c3\u00b6nnen. Eingerahmt von der ber\u00c3\u00bchmten Stra\u00c3\u0178e am kalifornischen Strand, an welcher der maximal anonyme Pynchon selbst gewohnt haben soll, finden sich Nazi-Biker, die einen j\u00c3\u00bcdischen Immobilien-Hai sch\u00c3\u00bctzen, Surfer, Abzocker, Kiffer, Detectives vom Los Angeles Police Department, ein verdeckt ermittelnder Saxofonspieler, eine geheimnisvolle Organisation namens Goldener Fangzahn, die vielleicht auch nur ein paar Zahn\u00c3\u00a4rzten zur Steuerhinterziehung dient, und f\u00c3\u00bcr Pynchon typische astronomische Randbemerkungen. Das hat was von \u00e2\u20ac\u017eBig Lebowski\u00e2\u20ac\u0153 und Hunter S. Thompsons Gonzo verk\u00c3\u00b6rpert von Johnny Depp in \u00e2\u20ac\u017eFear and Loathing in Las Vegas&#8221;. Die Immobilien-Gesch\u00c3\u00a4fte lassen an Polanskis \u00e2\u20ac\u017eChinatown\u00e2\u20ac\u0153 denken. Und wirkt es im Vergleich zur Vielfalt der Pynchon-Texte irritierend \u00c3\u00bcbersichtlich. Was vielleicht gut f\u00c3\u00bcr den Film sein mag, aber dann auch wahrscheinlich der erz\u00c3\u00a4hlerischen und inhaltlichen Vielfalt des Autors nicht gerecht wird. Es bleibt nebelig.<br \/>\nVor allem aber ist \u00e2\u20ac\u017eInherent Vice\u00e2\u20ac\u0153 mit Owen Wilson, Reese Witherspoon, Benicio Del Toro, Martin Short, Eric Roberts und Martin Donovan \u00c3\u00bcberaus reizvoll besetzt und bereitet zumindest auf vielen Ebenen und in unterschiedlicher Weise gro\u00c3\u0178es Sehvergn\u00c3\u00bcgen..<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>USA 2014 Regie: Paul Thomas Anderson mit Joaquin Phoenix, Josh Brolin, Owen Wilson, Reese Witherspoon, Benicio Del Toro, Martin Short, Eric Roberts, Martin Donovan 148 Min. 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