{"id":2930,"date":"2014-11-24T12:30:03","date_gmt":"2014-11-24T10:30:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2014\/11\/24\/the-zero-theorem\/"},"modified":"2014-11-24T12:30:03","modified_gmt":"2014-11-24T10:30:03","slug":"the-zero-theorem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2014\/11\/24\/the-zero-theorem\/","title":{"rendered":"The Zero Theorem"},"content":{"rendered":"<p> Gro\u00c3\u0178britannien, Rum\u00c3\u00a4nien, Frankreich, USA 2013 (Zero Theorem) Regie: Terry Gilliam mit Christoph Waltz, David Thewlis, M\u00c3\u00a9lanie Thierry, Lucas Hedges, Matt Damon, Tilda Swinton 107 Min. FSK: ab 12<br \/>\nVerr\u00c3\u00bcckt dieser doppelte Waltz in einer Kinowoche, doch der alte Monty Python und Film-Hippie Terry Gilliam schie\u00c3\u0178t in \u00e2\u20ac\u017eThe Zero Theorem\u00e2\u20ac\u0153 den Begriff \u00e2\u20ac\u017everr\u00c3\u00bcckt\u00e2\u20ac\u0153 sowieso in eine neue Dimension. Gilliams \u00e2\u20ac\u017eBrazil 2.0\u00e2\u20ac\u0153 ist ein Update des Science Fiction-Klassikers, ein Kammerspiel in der virtuellen Einsamkeit.<br \/>\nWer ist seltsamer? Dieser sonderbare Lohn-Hacker Qohen Leth (Christoph Waltz), der in einer alten Kirche haust und dem es vor dem Drau\u00c3\u0178en graust, oder dieses neonbunte Drau\u00c3\u0178en mit Menschen, die verzweifelt grell dagegen ank\u00c3\u00a4mpfen, zwischen all den Werbe-Bildschirmen unterzugehen? Qohen jedenfalls, der von seinem wahnsinnig dummen Vorgesetzten Joby (David Thewlis) immer Quinn genannt wird, verabscheut die moderne Welt. Er ist ein M\u00c3\u00b6nch unter allen ziellosen Party-People, die immer mit einem Phone oder Pad in der Hand besch\u00c3\u00a4ftigt sind. Auf seinem skurrilen Arbeitsplatz wimmelt es von unsinnigen T\u00c3\u00a4tigkeiten, die wunderbar piepsen und scheppern. Dies nur eines von vielen Elementen dieser Zukunfts-Welt, die stark an Gilliams \u00e2\u20ac\u017eBrazil\u00e2\u20ac\u0153 erinnert.<br \/>\nDer extreme, glatzk\u00c3\u00b6pfige Nerd Qohen, der immer in einem auf den Kopf gestellten Pluralis Majestatis von sich als \u00e2\u20ac\u017eWir\u00e2\u20ac\u0153 redet, f\u00c3\u00bchlt keine Freude, f\u00c3\u00bchlt nichts. Daf\u00c3\u00bcr wartet er. Auf einen Anruf, der ihm den Sinn des Lebens kundtun soll. Abgesehen von der allen bekannten Antwort \u00e2\u20ac\u017e42\u00e2\u20ac\u0153 er\u00c3\u00b6ffnet sich dem verr\u00c3\u00bcckt genialen Zahlen-Akrobaten ein neuer Ansatz: Der mysteri\u00c3\u00b6se Chef des alles bestimmenden \u00c3\u0153ber-Konzerns \u00e2\u20ac\u017eMan-Com\u00e2\u20ac\u0153 (Matt Damon) taucht aus dem Nichts auf vor ihm. Perfekt getarnt im Zebrastreifen-Anzug auf Zebrastreifen-Sessel. Und meint, Qohen solle das Zero Theorem l\u00c3\u00b6sen. Also beweisen, dass die Summe aller Existenz letztlich Null ist. Alles ist Nichts also. Eine Aufgabe, an der schon viele scheiterten, und die auch Qohen in den Wahnsinn treiben wird. Aber war er nicht schon wahnsinnig? So bleibt unklar, ob die sehr nette Cyber-Prostituierte Bainsley (M\u00c3\u00a9lanie Thierry) und der Management-Sohn Bob (Lucas Hedges) real oder nur Programme sind&#8230;<br \/>\nUnd was ist mit Tilda Swinton als keifende, rappende Dr. Shrink-Rom? Ein wunderbar schr\u00c3\u00a4ger Auftritt jedenfalls, zusammen mit herrlich l\u00c3\u00a4cherlichen futuristischen und retro Technik-Gadgets. Die Ziehharmonika-Schl\u00c3\u00a4uche am zentralen Gehirn stammen aus der Sanit\u00c3\u00a4r-Sauerei vom \u00e2\u20ac\u017eBrazil\u00e2\u20ac\u0153-Terrorist DeNiro als Harry Tuttle. Die Plakatw\u00c3\u00a4nde versprechen wieder das (Urlaubs-) Paradies, diesmal nur elektronisch personalisiert. Ja, auch der Wechsel zwischen traumhaften Szenen und dem Absturz aus der Traum-Romantik wiederholt sich. Ein Kinderspielplatz mit einer meterhohen Wand voller Verbotsschilder ist bitter wie das echte Leben. Die Dauer-\u00c3\u0153berwachung im Schwarzwei\u00c3\u0178 hochaktuell und kein Snowden von gestern.<br \/>\n\u00e2\u20ac\u017eDer Sinn des Lebens\u00e2\u20ac\u0153 besch\u00c3\u00a4ftigte schon die britische Komikertruppe Monty Python, auch die gleichnamige Sketch-Sammlung war vom Scheitern an dieser Frage bestimmt. Damals war Terry Gilliam vor allem f\u00c3\u00bcr die Animationen der Python-Truppe verantwortlich und irgendwie wirkt das Cyber-Kammerspiel \u00e2\u20ac\u017eZero Theorem\u00e2\u20ac\u0153 wie die bunten Papp-Bildchen damals. Es hat eindeutig das niedrigste Budget Gilliams seit langem. Seine letzten Filme \u00e2\u20ac\u017eBrothers Grimm\u00e2\u20ac\u0153, \u00e2\u20ac\u017eTideland\u00e2\u20ac\u0153 und \u00e2\u20ac\u017eDoctor Parnassus\u00e2\u20ac\u0153 konnten nur k\u00c3\u00bcnstlerisch \u00c3\u00bcberzeugen. Weit zur\u00c3\u00bcck liegen Erfolge wie \u00e2\u20ac\u017eBrazil\u00e2\u20ac\u0153, \u00e2\u20ac\u017eTime Bandits\u00e2\u20ac\u0153 oder \u00e2\u20ac\u017eK\u00c3\u00b6nig der Fischer\u00e2\u20ac\u0153 (mit dem gerade verstorbenen Robin Williams). Der Film \u00e2\u20ac\u017eZero Theorem\u00e2\u20ac\u0153 selbst verh\u00c3\u00a4lt sich zu fr\u00c3\u00bcheren von Gilliam nun allerdings so steril wie Cyber-Sex zum schwitzigen, feuchten und unkontrollierbaren echten. Wenngleich er immer noch prall vom Kitzel verr\u00c3\u00bcckter und spa\u00c3\u0178iger Ideen steckt. Gilliam folgt also nicht seinem Protagonisten Qohen, der sich mit dem sch\u00c3\u00b6nen Schein zufrieden gibt und aufh\u00c3\u00b6rt, (zuviel) zu gr\u00c3\u00bcbeln.<br \/>\n \u00e2\u0153\u008d<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gro\u00c3\u0178britannien, Rum\u00c3\u00a4nien, Frankreich, USA 2013 (Zero Theorem) Regie: Terry Gilliam mit Christoph Waltz, David Thewlis, M\u00c3\u00a9lanie Thierry, Lucas Hedges, Matt Damon, Tilda Swinton 107 Min. 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