{"id":2364,"date":"2013-02-01T18:15:04","date_gmt":"2013-02-01T16:15:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2013\/02\/01\/parker\/"},"modified":"2013-02-01T18:15:04","modified_gmt":"2013-02-01T16:15:04","slug":"parker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2013\/02\/01\/parker\/","title":{"rendered":"Parker"},"content":{"rendered":"<p>  USA 2012 (Parker) Regie: Taylor Hackford mit Jason Statham, Jennifer Lopez, Michael Chiklis 118 Min.   Zieht euch warm an, ihr Krimifans. Dieses neue M\u00c3\u00a4ntelchen aus einem Richard Stark-Stoff l\u00c3\u00a4sst einen trotz des Heist-Settings im sonnigen Palm Beach eindeutig kalt. Vielleicht wird dieser auf den Action-Eisblock Jason Statham zugeschnittene \u00e2\u20ac\u017eParker\u00e2\u20ac\u0153 den Genre-Freunden passen, aber bei zielgerechter Lieferung des Erwarteten sitzt an den entscheidenden Stellen etwas schief. Und an vielen dieser Stellen steht Jennifer Lopez deplatziert vor der Kamera.   Parker, der nach dem Ableben seines Autors Donald E. Westlake &#8211; mit Pseudonym Richard Stark &#8211; im Jahre 2008 endlich wie in den Romanen Parker hei\u00c3\u0178en darf, bleibt immer cool und unger\u00c3\u00bchrt. Selbst wenn bei einem gro\u00c3\u0178en Raubzug eine Sicherheitskraft in Panik ger\u00c3\u00a4t, redet der als Priester verkleidete Gangster (Jason Statham) dem Mann zu beruhigend zu, dass alles glatt verl\u00c3\u00a4uft. Bis zum Streit mit den Kumpanen im Fluchtauto. Am Ende liegt Parker geschunden auf der Stra\u00c3\u0178e, bekommt noch einen Gnadenschuss und wird in den Graben gerollt.   Doch er wird wieder aufstehen &#8211; nicht zum letzten und auch nicht zum ersten Mal. Am folgenden, gnadenlosen und unbeirrbaren Rachetrip des Todgeglaubten erkennt man den Autor Richard Stark wieder. Obwohl diesmal der Roman \u00e2\u20ac\u017eFlashfire\u00e2\u20ac\u0153 (\u00e2\u20ac\u017eIrgendwann gibt jeder auf&#8221;) Vorlage war, \u00c3\u00a4hnelt die Handlung sehr dem Film \u00e2\u20ac\u017ePoint Blank\u00e2\u20ac\u0153 aus 1967 nach dem fr\u00c3\u00bchen Parker-Roman \u00e2\u20ac\u017eThe Hunter&#8221;. Das dauernde Wiederauferstehen k\u00c3\u00b6nnte man messianisch \u00c3\u00bcberinterpretieren, w\u00c3\u00bcrde dann allerdings doch dieses St\u00c3\u00b6ffchen \u00c3\u00bcberstrapazieren. Denn au\u00c3\u0178er altmodisch sind die Geschichten vor allem \u00c3\u00bcbersichtlich. Auch der neue \u00e2\u20ac\u017eParker\u00e2\u20ac\u0153 rechnet der Reihe nach mit allen seinen Gegnern ab, wobei die Menge an schweren Verwundungen, die er einsteckt, eher an die Spielfigur Action-Jim als an Jesus erinnert.   Doch diese stringente Rache-Action ohne Schnickschnack, ausgef\u00c3\u00bchrt von einer unersch\u00c3\u00bctterlichen M\u00c3\u00a4nnerfigur kommt an. Selbst \u00c3\u00bcbel zugerichtet noch zielgerichtet &#8211; so entspannt m\u00c3\u00b6chte Mann sein, wenn im Supermarkt das Honigglas runterscheppert, das Smartphone schwungvoll hundert Meter \u00c3\u00bcber den Asphalt schliddert oder die Beziehungskrise das Wochenende versaut. Jason Statham transportiert Parker ganz gut. Er treibt den Minimalismus im Mimen-Spiel nicht auf die Spitze (siehe Lee Marvin in \u00e2\u20ac\u017ePoint Blank\u00e2\u20ac\u0153), aber ganz sch\u00c3\u00b6n weit.   Das w\u00c3\u00a4re soweit so ok, wenn da nicht auch noch J-Lo ins Spiel k\u00c3\u00a4me. Gerade so coole Jungs wie Parker und sein Publikum wollen nicht eine Zicke (Jennifer Lopez) sehen, die ihm das Drehbuch ohne erotische oder romantische Chemie ans Bein geschrieben hat. Denn wahrscheinlich ist das Leben zuhause schon schwer genug. Das ist ein heftiger Stilbruch, der Einbruch eines Realit\u00c3\u00a4ts-Klischees ins Super-M\u00c3\u00a4nner-Genre. Das geht nicht!   J-Lo also als geschiedene, ausgenommene und frustrierte Immobilien-Maklerin in Palm Beach. Das w\u00c3\u00bcrde mit den kleinen Frustrationen, wenn Parker sie auszieht, nur um nach Mikros zu suchen, mit den anderen Abweisungen, weil sie ja ach so unattraktiv ist, und mit den nervigen Zickereien in einer Kom\u00c3\u00b6die halbwegs funktionieren. Doch hier passt das zum Film, wie ihre Figur zum simplen, reduzierten und unterk\u00c3\u00bchlten Parker.   Bevor dies nun ein Essay dar\u00c3\u00bcber wird, was gute Regisseure aus m\u00c3\u00a4\u00c3\u0178ig begabten Schauspielern machen, nur kurz der Soderbergh-Exkurs: Nie war Jennifer Lopez so gut wie 1998 in Steven Soderberghs \u00e2\u20ac\u017eOut of Sight\u00e2\u20ac\u0153. Der Mann kann sogar eine Thaiboxerin zur Landwand-Ikone verwandeln, wie Gina Carano in \u00e2\u20ac\u017eHay Wire\u00e2\u20ac\u0153! Seitdem noch mal von der Frau geh\u00c3\u00b6rt? Genau! (Die tragische Geschichte, dass aus dem ersten Teil vom \u00e2\u20ac\u017eBennifer\u00e2\u20ac\u0153-Traumpaar der gefeierter Regisseur Ben Affleck und das \u00e2\u20ac\u017e-ifer\u00e2\u20ac\u0153 Lopez in der H\u00c3\u00b6lle der Mittelm\u00c3\u00a4\u00c3\u0178igkeit schmort, wird jetzt nicht weiter ausgebreitet.)   Der ultimative Vergleich mit Lee Marvin und \u00e2\u20ac\u017ePoint Blank\u00e2\u20ac\u0153, \u00e2\u20ac\u017eder\u00e2\u20ac\u0153 Parker-Verfilmung, w\u00c3\u00a4re ein unfairer, denn da war John Boorman der Regisseur. Auch wenn Taylor Hackford, der \u00e2\u20ac\u017eIm Auftrag des Teufels\u00e2\u20ac\u0153 (1997), \u00e2\u20ac\u017eWhen We Were Kings\u00e2\u20ac\u0153 (1996), \u00e2\u20ac\u017eDolores\u00e2\u20ac\u0153 (1995) oder \u00e2\u20ac\u017eEin Offizier und Gentleman\u00e2\u20ac\u0153(1982) inszenierte, ein guter ist, dem man solche Serienarbeit nicht zumutete, er macht nichts Besonderes aus dem auch nicht wirklich vielschichtigen Material. Jason Statham will jedoch angeblich weiter machen und noch mehr Parker produzieren.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>USA 2012 (Parker) Regie: Taylor Hackford mit Jason Statham, Jennifer Lopez, Michael Chiklis 118 Min. Zieht euch warm an, ihr Krimifans. Dieses neue M\u00c3\u00a4ntelchen aus einem Richard Stark-Stoff l\u00c3\u00a4sst einen trotz des Heist-Settings im sonnigen Palm Beach eindeutig kalt. Vielleicht wird dieser auf den Action-Eisblock Jason Statham zugeschnittene \u00e2\u20ac\u017eParker\u00e2\u20ac\u0153 den Genre-Freunden passen, aber bei zielgerechter [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-2364","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kritiken-ghj"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2364","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2364"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2364\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2364"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2364"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2364"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}