{"id":1130,"date":"2009-10-20T10:36:09","date_gmt":"2009-10-20T09:36:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2009\/10\/20\/die-papstin\/"},"modified":"2009-10-20T10:36:09","modified_gmt":"2009-10-20T09:36:09","slug":"die-papstin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2009\/10\/20\/die-papstin\/","title":{"rendered":"Die P\u00e4pstin"},"content":{"rendered":"<p>  <title>Die P&auml;pstin<\/title>   <font FACE=\"Geneva, Verdana, Helvetica, Arial\"><br \/> BRD, Gro&szlig;britannien, Italien, Spanien 2009 (Pope Joan) Regie: S&ouml;nke Wortmann mit Johanna Wokalek, David Wenham, John Goodman, Iain Glen, Lotte Flack 148 Min. FSK ab 12<\/p>\n<p> Ein typisches Beziehungsdrama von heute: Sie und er haben sich gern, er hat einen festen Job, ist &ouml;fters von zuhause weg. Sie ist klug, lernt viel und macht m&auml;chtig Karriere bis Kinder nur noch in ihrem sehns&uuml;chtigen Seitenblick auftauchen. Immer wenn er sie entf&uuml;hren will, gibt es den n&auml;chsten Karriereschritt. Bis sie am Ende P&auml;pstin ist.<\/p>\n<p> So ganz typisch vielleicht doch nicht f&uuml;r das Europa des neunten Jahrhunderts, diese Geschichte der Johanna aus Ingelheim am Rhein, damals eine matschige Lichtung mit ein paar Holzh&uuml;tten. Eine Geschichte der Emanzipation und eine der fr&uuml;hen Aufkl&auml;rung. Gleichzeitig ist S&ouml;nke Wortmanns neuester Film wieder ein Beispiel f&uuml;r popul&auml;re und schwache Literaturverfilmungen aus dem (Geister-) Haus Constantin. &#8222;Fr&auml;ulein Smilla&#8220; riecht dort ebenso abgestanden wie &#8222;Das Parf&uuml;m&#8220;&#8230;<\/p>\n<p> Nun erwischte es also die seltsamerweise vor allem in Deutschland erfolgreiche Buchvorlage der Donna W. Cross. Nomen est omen &#8211; daf&uuml;r dass die amerikanische Autorin die Geschichte eines weiblichen Papstes wieder derart ins Gespr&auml;ch brachte, sehnen sich bestimmt einige Kirchenleute die Kreuzigung als Strafe wieder herbei. Damit sind allerdings die aktuellen Bez&uuml;ge abgehakt, wie man sich sowieso dauernd fragt, was dieser Film soll &#8211; au&szlig;er Kasse machen.<\/p>\n<p> Johanna w&auml;chst als Tochter eines Dorfpriesters auf, derbeim Schlagen, Schlachten und Bekehren von Sachsen immer in Stimmung kommt seine Frau &#8211; eine bekehrte Heidin vom Stamme der Sachsen &#8211; zu vergewaltigen. Obwohl der Vater selbst den dummen Sohn Johannes lieber zur Klosterschule schicken w&uuml;rde, als die hochintelligente Tochter, sorgt das Schicksal mit Fiebertod und Raub&uuml;berfall f&uuml;r das Undenkbare in dieser Zeit: Johanna kann sich an der Domschule in Dorstadt weiter bilden, der Ritter Gerold (David Wenham) wird ihr Besch&uuml;tzer und sp&auml;ter auch Liebhaber. Nach einem brutalen &Uuml;berfall der Normanen entschlie&szlig;t sich die erwachsene Johanna (Johanna Wokalek) als Mann in das Kloster von Fulda einzutreten. Von nun an lernt sie &#8211; ja, auch weiter &#8211; aber vor allem das unabh&auml;ngige Leben als Mann sch&auml;tzen. So landet sie schlie&szlig;lich in Rom, wird Leibarzt und Vertrauter des Papstes (John Goodman) und durch ungeschickte Intrigen anderer zum Papst. Nun sind Spitze der Karriereleiter und endlich auch das Finale des viel zu langen Films erreicht. Eine letzte Finte des Schicksals, nachher noch einen Trinken gehen und dr&uuml;ber reden, ob es wirklich mal eine P&auml;pstin gegeben haben k&ouml;nne.<\/p>\n<p> F&uuml;r auch diese Verschw&ouml;rungstheorie gibt es einige Anh&auml;nger, aber soll man daf&uuml;r zweieinhalb lange Stunden seines Lebens im Kino rumsitzen? S&ouml;nke Wortmann filmt den Roman routiniert ab, kann aber nur ganz selten mitrei&szlig;en. Die &#8222;Inthronisierung&#8220; von Johanna ist gro&szlig;es Kino, beim Rest ist man versucht, anzuf&uuml;hren, dass der Film immer auch als TV-Zweiteiler geplant war. Volker Schl&ouml;ndorff, der den Stoff zuerst verfilmen sollte, wetterte heftig gegen solche &#8222;Hybrid-Filme&#8220;. <\/p>\n<p> Johanna Wokalek darf mit internationalen Stars wie John Goodman spielen, wirkt aber st&auml;rker, wenn sie deutsch und nicht englisch spricht. Die Ausstattung ist bei der gro&szlig;en Geschichte, die sich von grauen, bescheidensten Verh&auml;ltnissen zum damaligen Mittelpunkt der Welt, nach Rom, entwickelt, selbst dort nicht beeindruckend. &#8222;Die P&auml;pstin&#8220; ist nie gro&szlig;es Kino, sondern erfolgreiches Umsetzen eines erfolgreichen Trivialstoffes. Im Buch wird alles sofort erz&auml;hlt (was der Film zu wenig in eigene Sprache umsetzt) und hier wird alles sofort gezeigt: Die Verschlagenen haben schiefe Augen und abstehende Ohren, die Gutm&uuml;tigen ein warmes, rundes Gesicht. Nur bei Johanna gibt es Entwicklung und innere Konflikte, der Rest ist flach wie &#8230; eine Literaturverfilmung aus dem Hause Constantin. Auch das ein Markenzeichen.<br \/> <\/font>  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die P&auml;pstin BRD, Gro&szlig;britannien, Italien, Spanien 2009 (Pope Joan) Regie: S&ouml;nke Wortmann mit Johanna Wokalek, David Wenham, John Goodman, Iain Glen, Lotte Flack 148 Min. FSK ab 12 Ein typisches Beziehungsdrama von heute: Sie und er haben sich gern, er hat einen festen Job, ist &ouml;fters von zuhause weg. Sie ist klug, lernt viel und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-1130","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kritiken-ghj"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1130","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1130"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1130\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1130"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1130"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1130"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}