{"id":1055,"date":"2009-07-27T20:40:22","date_gmt":"2009-07-27T19:40:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2009\/07\/27\/mitte-ende-august\/"},"modified":"2009-07-27T20:40:22","modified_gmt":"2009-07-27T19:40:22","slug":"mitte-ende-august","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2009\/07\/27\/mitte-ende-august\/","title":{"rendered":"Mitte Ende August"},"content":{"rendered":"<p>  <title>Mitte Ende August<\/title>   <font FACE=\"Geneva, Verdana, Helvetica, Arial\"><br \/> BRD 2008 (Mitte Ende August) Regie: Sebastian Schipper mit Marie B&auml;umer, Milan Peschel, Anna Br&uuml;ggemann, Andr&eacute; Hennicke, Gert Voss 93 Min.<\/p>\n<p> Die gemeinsame Wohnung &#8211; ein gro&szlig;er Schritt. Das eigene Haus &#8211; ein Abenteuer. Vor allem f&uuml;r diese beiden Vertreter der Generation, die es der Werbung immer noch nicht glaubt, dass Miete zahlen furchtbar spie&szlig;ig sein soll. Hanna (Marie B&auml;umer) und Thomas (Milan Peschel) sitzen giggelnd beim Notar, die halbwegs schicken Klamotten sehen mehr nach Verkleidung als nach w&uuml;rdigem Moment aus. Die eigentliche Party geht dann auch erst drau&szlig;en los, bei H&auml;uschen im Gr&uuml;nen. Es gilt einen Sommer zu erobern, sich vier W&auml;nde und ein Dach und noch eine Etage anzueignen, dabei aber das eigentliche Projekt &#8222;Beziehung&#8220; nicht aus den Augen zu verlieren.<\/p>\n<p> Das erste Aufwachen noch in der Stadt, das die Kamera von Frank Blau wie mit vom Schlaf verklebten Augenliedern zeigt. Entspannter, unverstellter Alltag beim gemeinsamen Z&auml;hneputzen, eine Liebeserkl&auml;rung, die unter die G&uuml;rtellinie geht. Das ist voll im Leben, das glaubt man auch der Marie B&auml;umer, die, wenn man nicht gesehen hat, wie &#8222;Der alte Affe Angst&#8220; ihr im Nacken sa&szlig;, als zu sch&ouml;n oder zu albern (&#8222;Der Schuh des Manitu&#8220;) f&uuml;rs Kino verkannt wird. Nun erschrickt man mitf&uuml;hlend, als Thomas ohne viel nachzudenken einen Vorschlaghammer in die Wand versenkt und die Pole dieser Verbindung deutlich werden. Der Mann ist unreifer, verr&uuml;ckter. Die Frau muss manchmal Mutter spielen, sich f&uuml;r beide zusammenrei&szlig;en. Und sehnt schon eine Ruhe herbei: &#8222;Vielleicht ist irgendwann die Zeit gekommen, wo wir nicht mehr immer &uuml;berall hinlaufen m&uuml;ssen, um zu wissen, wie es da ist.&#8220;<\/p>\n<p> Wieder spontan l&auml;dt Thomas seinen &auml;lteren Bruder Friedrich (Andr&eacute; Hennicke) ins Haus ein. Eigentlich wollte man doch unter sich bleiben. Aber der Friedrich hat Job und Frau und Haus verloren, nun gut, soll er halt kommen. Dann aber auch Hannas Patenkind Augustine (Anna Br&uuml;ggemann).. Und Mitte, Ende August, wenn der Sommer so richtig hei&szlig; ist und die N&auml;chte nicht viel Schlaf zulassen, wird die Beziehungs-Chemie durch die beiden neuen Elemente auf eine schwere Probe gestellt.<\/p>\n<p> Jetzt, wenn man mittendrin ist im sommerlichen Abenteuer eines jungen Paares, wenn man den ersten Joint mit ihnen geraucht hat, wenn die vier beim Lagerfeuer vor dem Haus Ideals &#8222;Blaue Augen&#8220; gesungen und bei Selbstversuch mit Tetrapack-Rotwein sich fast blind getrunken haben, d&uuml;rfen dann auch die Erl&auml;uterungen und Anmerkungen zur Vorlage folgen: Die Versuchsanordnung stammt von Goethe, merken tut es nicht mal unbedingt der, der die &#8222;Wahlverwandtschaften&#8220; kennt. Beim Alten aus Weimar treten in feinst geschliffener Sprache die Anziehungs- und Absto&szlig;ungs-Kr&auml;fte der Beziehungselemente kristallklar aus dem Drama eines adeligen Paares hervor und die Umgestaltungen des Landsitzes spiegeln die Entwicklungen. Die moderne Variante des jungen Regisseurs aus Hannover wirkt wie beil&auml;ufig aus der Hand gefilmt, ist in den vorgef&uuml;hrten Gef&uuml;hlen jedoch ungeheuer pr&auml;zise und mitrei&szlig;end. Der See spielt in beiden seine dramatische Rolle, das Ende ist bei Schipper eher erreicht, aber offen. Nach &#8222;Ein Freund von mir&#8220; (2006) und<br \/> &#8222;Absolute Giganten&#8220; (1999) gelang Sebastian Schipper ein leichtes, kluges, reifes und packendes Meisterwerk des Gef&uuml;hlsaustausches und der Beziehungsentt&auml;uschung. Die starke, schwere Musik von Vic Chesnutt setzt dem Kunstst&uuml;ck ein i-T&uuml;pfelchen auf. <br \/> <\/font>  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitte Ende August BRD 2008 (Mitte Ende August) Regie: Sebastian Schipper mit Marie B&auml;umer, Milan Peschel, Anna Br&uuml;ggemann, Andr&eacute; Hennicke, Gert Voss 93 Min. Die gemeinsame Wohnung &#8211; ein gro&szlig;er Schritt. Das eigene Haus &#8211; ein Abenteuer. Vor allem f&uuml;r diese beiden Vertreter der Generation, die es der Werbung immer noch nicht glaubt, dass Miete [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-1055","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kritiken-ghj"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1055","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1055"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1055\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1055"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1055"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1055"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}