{"id":105,"date":"2006-04-12T14:36:55","date_gmt":"2006-04-12T13:36:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2006\/04\/12\/running-scared\/"},"modified":"2006-04-12T14:36:55","modified_gmt":"2006-04-12T13:36:55","slug":"running-scared","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.filmtabs.de\/ft\/2006\/04\/12\/running-scared\/","title":{"rendered":"Running Scared"},"content":{"rendered":"<p> USA 2006 (Running Scared) Regie: Wayne Kramer mit Paul Walker, Cameron Bright, Vera Farmiga 122 Min. FSK: ab 16   Gewalt verseucht Gesellschaften und in diesen auch das Kino. Meist bedenkenlos eingesetzt als billiger Thrill, aber in ganz seltenen F\u00c3\u00a4llen wie diesem auch eine ebenso interessante wie h\u00c3\u00b6chst spannende Reflektion auf Waffengewalt.   Diese Augen! Ein wenig gespenstig und beunruhigend sah man Cameron Bright in &#8220;Birth&#8221; als Jungen, der glaubte, die Wiedergeburt von Nicole Kidmans Mann zu sein. Und als j\u00c3\u00a4hzorniges Ergebnis eines Genexperiments in &#8220;Godsend&#8221;. Aber noch nie wurden diese Augen so eindrucksvoll eingesetzt wie in dem atemberaubenden Thriller &#8220;Running Scared&#8221;.   Der kleine Gangster Joey Gazelle (&#8220;Fast and Furious&#8221; Paul Walker) entsorgt Waffen f\u00c3\u00bcr die Mafia. Allerdings landen sie nicht im Fluss, sondern in seinem Keller. Dort schnappt sich Oleg (Cameron Bright), der zehnj\u00c3\u00a4hrige Freund von Joey Sohn, ein besonders gl\u00c3\u00a4nzendes Exemplar und schie\u00c3\u0178t nebenan auf seinen Stiefvater, der ihn immer wieder brutal zusammenschl\u00c3\u00a4gt. Da die Waffe vorher bei einem Polizistenmord benutzt wurde, beginnt eine fieberhafte Suche nach Oleg, der mit ihr weglief. Joey versucht, den Jungen zu retten, aber neben der psychotischen Russenmafia ist auch ein besonders korrupter Bulle (Chazz Palminteri) mit eiskaltem Grinsen hinter der Sache her.   Der Stil, mit dem Wayne Kramer seine zweite Regie nach &#8220;The Cooler&#8221; inszeniert, schl\u00c3\u00a4gt ein wie eine Kugel &#8211; um im Bild zu bleiben. &#8220;Running Scared&#8221; ist ein aufregender, ungemein spannender und erschreckender Horrortrip in die Gewalt, der ohne den Zynismus von Tarantino &amp; Co bleibt, weil die Gewalt aus der Perspektive des Jungen Oleg gesehen wird. Er irrt zwischen Zuh\u00c3\u00a4ltern, Waffenh\u00c3\u00a4ndlern, Drogendealern und P\u00c3\u00a4derasten herum, w\u00c3\u00a4hrend sich die atemlose Handlung um ihn \u00c3\u00bcberschl\u00c3\u00a4gt.   Immer wieder springt die Szene kurz zur\u00c3\u00bcck, um die rasenden Abfolgen aus neuer Perspektive und mit raffinierten Kamerafahrten auszuleuchten. Farbverfremdungen distanzieren die Gewalt, die trotzdem schwer ertr\u00c3\u00a4glich bleibt. Ansonsten ist das Bild wie die Welt dunkel und dreckig. &#8220;Running Scared&#8221; zeigt einen Albtraum, aber keinen f\u00c3\u00bcr irgendeinen billigen Thrill aufgesetzten. Besonders erschreckend ist der Gedanke, dass dies alles durchaus eine komprimierte Version des Horrors ist, den Kinder heutzutage erleben k\u00c3\u00b6nnen. Dabei verbirgt sich das Furchtbarste, ein widerw\u00c3\u00a4rtiger Missbrauch, hinter der Fassade braver B\u00c3\u00bcrger, nicht hinter all den markanten Verbrecher-Fratzen.   Den Kreislauf der Gewalt, der durch eine Waffe ausgel\u00c3\u00b6st wird, hat Wayne Kramer schl\u00c3\u00bcssig und rasant inszeniert. Immer wieder fesseln einzelne Szenen und Figuren. Etwa der be\u00c3\u00a4ngstigende Psychopath (Karel Roden), den Oleg anschie\u00c3\u0178t. Ein &#8220;Duke&#8221;-Verehrer mit einem gro\u00c3\u0178en John Wayne-Tattoo auf dem R\u00c3\u00bccken. Oder der absurd gef\u00c3\u00a4hrliche Zuh\u00c3\u00a4lter in seinem wei\u00c3\u0178en, bestickten Elvis-Anzug. Paul Weller wirkt als Schurke mit gutem Kern eindringlicher als in seinen fr\u00c3\u00bcheren Varianten der Rolle. Es bleibt das Dilemma, dass die Situation von den &#8220;Guten&#8221; auch nur mit Gewalt gel\u00c3\u00b6st werden kann &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>USA 2006 (Running Scared) Regie: Wayne Kramer mit Paul Walker, Cameron Bright, Vera Farmiga 122 Min. FSK: ab 16 Gewalt verseucht Gesellschaften und in diesen auch das Kino. Meist bedenkenlos eingesetzt als billiger Thrill, aber in ganz seltenen F\u00c3\u00a4llen wie diesem auch eine ebenso interessante wie h\u00c3\u00b6chst spannende Reflektion auf Waffengewalt. Diese Augen! 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