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Once Upon a Time in Gaza
Während Donald Trump von der „Riviera des Nahen Ostens“ fantasiert, haben viele dort längst vergessen, wie man träumt. Zu lange dauert der Krieg im Gazastreifen bereits. Das war auch schon 2007 kaum anders. Wie viele hat sich Osama (Majd Eid) mit der Situation arrangiert. Neben seinem Falafelgeschäft, das Yahya (Nader Abd Alhay) aufopferungsvoll für ihn führt, hat Osama einen florierenden Handel mit Schmerzmitteln. Doch dann gerät er mit dem Polizeiermittler Abou Sami (Ramzi Maqdisi) aneinander. Zwei Jahre später träumt ein Regisseur davon, den ersten Actionfilm Gazas zu drehen, und heuert Yahya in der Hauptrolle an. Der Beginn eines zukünftigen „Gazawood“? Wohl kaum. Der Film ist ein patriotisches Vehikel des Kulturministeriums, mit Militärs besetzt und mit echten Patronen am Set. Inmitten der Dreharbeiten trifft Yahya auf Abou Sami, der mittlerweile Karriere gemacht hat.
Einen Film inmitten des Kriegs zu inszenieren, sei eine Form des Widerstands, heißt es einmal in ONCE UPON A TIME IN GAZA. Die Bilder von Luftangriffen, die den Film der Brüder Tarzan und Arab Nasser (GAZA MON AMOUR) zerschneiden, sind echt. Die Regisseure erzählen Geschichten aus dem Kriegsgebiet, auch wenn sie ihren neuen Film größtenteils in Jordanien drehen mussten. Voll abgründiger Komik und unverhoffter Menschlichkeit beginnt ihre Ballade als Gangsterfilm und endet als Filmsatire. Dazwischen bedienen sie sich Elementen des Westerns und des Film Noir. Auch wenn die beiden Hälften der Plots nur notdürftig miteinander verbunden sind, folgt man den Figuren gern durch das Minenfeld ihres Alltags, das der französische Kameramann Christophe Graillot atmosphärisch ausleuchtet. Seine Premiere feierte ONCE UPON A TIME IN GAZA bei den Filmfestspielen in Cannes in der Sektion ‘Un certain regard’, wo die Nasser-Brüder für die beste Regie ausgezeichnet wurden.
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 12.02.2026 / 11:44
- Rubrik:
- Kritiken LT
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