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Gunpowder Milkshake

Großbritannien, Deutschland, USA, Frankreich 2021, Regie: Navot Papushado, mit Karen Gillan, Lena Headey, Michelle Yeoh, Angela Bassett, Paul Giamatti, 115 Min. FSK: ab 18

Und schon wieder ist etwas schief gegangen bei einer Gaunerei: Die wohl sehr effektive Profikillerin Sam (Karen Gillan) hat bei der ganzen Horde von Gegnern, die sie wie eine Jagd-Strecke niedergelegt hat, auch den Sohn des Gangsterbosses erledigt. Diese allzu bekannte Geschichte wäre nicht interessant, wenn wir nicht zuvor gesehen hätten, wie sich Sam als Teenager von Mutter Scarlet (Lena Headey) verabschieden musste, ebenfalls Auftragsmörderin. Denn Minuten später werden die Verfolger Mamas niedergemäht. Das alles im extrem stylischen Eis-Café bei Milchshake mit zwei Strohhalmen – „Gunpowder Milkshake“.

Nun hat ihr Ziehvater Nathan (Paul Giamatti), Chef einer Agentur für Kriminelles und Mörderisches, bisher seine schützende Hand über Sam gehalten. Aber er hat Herren im Anzug im Nacken, was man tatsächlich immer wieder im Bild seines üppigen Büros sieht. So sind wir relativ schnell in der bekannten Situation: Sam hat keine Chance, aber ergreift sie.

Stil ist alles beim grandiosen Gangsterinnen-Film des israelischen Newcomers Navot Papushado: Der Auftritt starker Action-Legenden wie Karen Gillan („Avengers: Endgame“, „Jumanji“), Lena Headey („Game of Thrones“), Michelle Yeoh („Tiger & Dragon“) und Angela Bassett („Black Panther“) wird durch Kameramann Michael Seresin („Harry Potter und der Gefangene von Askaban“) und das Produktionsdesign von David Scheunemann („Deadpool 2“) zu einem edlen Ausstattungs-Augenschmaus. Dazu aberwitzige Szenerien wie die Waffensammlung der Bibliothekarinnen, Pistolen und Messer versteckt in Klassikern von Virginia Woolf, Agatha Christie und Jane Austen. Das sieht mit coolen Plansequenzen in Bowlingbahn und Eis-Café mehr nach Guy Ritchie als nach Tarantino aus.


Ein FILMtabs.de Artikel