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One Night in Miami / Amazon Original (ab 15. Januar)

Was haben Muhammad Ali, Malcolm X, Sam Cooke und der Football-Star Jim Brown gemeinsam? Sie waren alle populäre Afroamerikaner und hätten sich im Februar 1964 in einem Motel in Miami treffen können. Auf der Basis gleichnamigen Theaterstücks von Kemp Powers inszeniert die Schauspielerin Regina King einen fiktiven Abend mit intensiven Gesprächen über den besten Weg, die Unterdrückung der Schwarzen zu beenden. Cassius Clay (Eli Goree), der mit Unterstützung von Malcolm X (Kingsley Ben-Adir) dabei ist, der bekennende Moslem Muhammad Ali zu werden, hat gerade den Schwergewichts-Titel gewonnen. Im Motelzimmer des angefeindeten Politikers gibt es zur Enttäuschung des Hit-Sängers Sam Cooke (Leslie Odom Jr.) keine Party, sondern bald Streit. Der Sport-Superstar Jim Brown (Aldis Hodge) wird von den Freunden verlacht, weil er stolz einen Western-Held spielen will, aber schon nach der Hälfte des Films sterben soll. Cooke prügelt sich mit Malcolm – seine Songs könnten der schwarzen Bürgerrechtsbewegung helfen, bleiben aber belanglos.

Mit intensiven Dialogen und gutem Schauspiel kann die handlungsarme Theaterverfilmung „One Night in Miami“ interessieren. Mehr als im aufgeladenen Keller-Kammerspiel „Ma Rainey’s Black Bottom“ geht es um heutige Diskussionen statt um historische Einblicke. Will man unauffällig das Geschäft des Weißen Mannes übernehmen (Cooke verkaufte die Rechte zu „It’s all over now“ an die Rolling Stones) oder öffentlich fordern und damit zum Ziel von Anschlägen werden? In vielen Details und Nuancen spinnt das Spiel seine Gedanken – ein Jahr bevor Malcolm ermordet wird.

„One Night in Miami“ (USA 2020), Regie: Regina King, mit Kingsley Ben-Adir, Aldis Hodge, Leslie Odom jr., Eli Goree, 114 Min., FSK: keine Angabe


Ein FILMtabs.de Artikel