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Mrs. Taylor’s Singing Club

Großbritannien 2019 (Military Wives) Regie: Peter Cattaneo, mit Kristin Scott Thomas, Sharon Horgan, Emma Lowndes 112 Min. FSK ab 6

„Man braucht irgendetwas zu tun“ – Dieses Motto galt schon bei Peter Cattaneos „Ganz oder garnicht“, wo eine Handvoll arbeitsloser Stahlarbeiter ihre Leidenschaft fürs Strippen entdeckte. Es ist seitdem zum Leitsatz zahlreicher Sozialkomödien geworden und gilt auch für die Frauen in „Mrs. Taylor’s Singing Club“. Sie sind die Mütter und Ehefrauen von Soldaten im Kriegseinsatz, zurückgelassen in einem künstlichen Städtchen und in der Ungewissheit, ob sie ihre Lieben jemals wiedersehen werden, wenn sie mit geschnürtem Rucksack in den frühen Morgenstunden das Haus verlassen. Der einzige Weg, in den kommenden Wochen nicht verrückt zu werden, ist Beschäftigung. Das weiß Kate Taylor (Kristin Scott Thomas) nur zu gut. Schließlich hat sie ihren Sohn in einem Einsatz verloren und ihr Mann zieht, wie viele mit ihm, an die Front in Afghanistan. Deshalb fasst die zielstrebige Ehefrau des Offiziers den Entschluss, einen Chor mit den anderen zurückgelassenen Frauen zu bilden. Kate übernimmt selbstverständlich die Leitung. Sie kann allerdings nicht sonderlich gut mit ihren Mitmenschen umgehen und ist auf die Hilfe von Lisa (Sharon Horgan) angewiesen, die jedoch vollkommen andere pädagogische Vorstellungen hat. So geraten die beiden Frauen immer wieder aneinander, doch der Chor hat Potential und in wenigen Wochen sollen sie bei einer Veteranen-Veranstaltung in der Londoner Royal Albert Hall auf der Bühne stehen. Jeder Schritt bis dahin ist vorhersehbar und das Finale erwartungsgemäß. Dennoch trifft Cattaneo, der sich hier 22 Jahre später neben charmanten popkulturellen Referenzen vor allem selbst zitiert, meist den richtigen Ton. Die Figuren sind stereotyp, der Pathos regiert, aber die wahre Geschichte des Frauenchors, der sogar einen Nummer eins-Hit landen konnte, ist dennoch berührend und beschwingt erzählt und glänzend besetzt.


Ein FILMtabs.de Artikel