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The Photograph

USA 2020 Regie: Stella Meghie, mit Issa Rae, Lakeith Lee Standgeld, Chanté Adams, Y`lan Noel 106 Min.

Die titelgebende Fotografie verbindet die Liebesgeschichten zweier Generationen, die Zerrissenheit zwischen Berufung und Liebe bei Mutter und Tochter. So ist „The Photograph“ nicht nur eine berührende und erstaunlich glaubwürdig inszenierte schöne Liebesgeschichte. Das Drumherum ist hier mal mehr als nur hübsche Deko.

Mae (Issa Rae) findet in einem Schließfach ein Foto und den Brief ihrer kürzlich verstorbenen Mutter, der Fotografin Christina. Mit vielen Entschuldigungen und Überraschungen. Nicht nur verheimlichte Christina ihre schwere Erkrankung, auch die Distanziertheit gegenüber der Tochter hat eine Geschichte, die wir in Rückblenden erleben. Denn die junge Christina (Chanté Adams) floh ihre Heimat New Orleans, um in New York ihrer Leidenschaft für die Fotografie zu folgen. Trotz Christinas großen Liebe zu Isaac (Y’lan Noel).

Diesen, mittlerweile alten Isaac (Rob Morgan) porträtiert der Journalist Michael und entdeckt dabei ein Foto, das Christina zeigt. Diese Spur führt in zu Mae, erfolgreiche Kuratorin eines New Yorker Museums. Die zurückhaltende Mae und der leicht machohaft stille Michael verlieben sich, kommen sich im Kino und während eines Hurrikans auf schöne Weise näher. Doch diesmal ist er es, der für Job und Karriere nach London will…

„The Photograph“ ist ein wunderbar ruhiger, exzellent inszenierter und gespielter Liebesfilm. Und noch viel mehr. Denn die raffinierte Parallelhandlung, während Mae den Brief immer wieder liest und Michael Issac Erinnerungen hört, reflektiert das Scheitern einer Beziehung mit der Chance, es in der nächsten Generation besser zu machen. Dabei hört das Denken nicht beim Frauen-Dilemma, zwischen Familie und Job zu entscheiden, auf. Es geht genereller um etwas, was heute „Work Life Balance“ heißt. Das geriet der jungen Regisseurin Stella Meghie („Du neben mir“) unter Begleitung hervorragender Jazz-Musik mit klugem Hintergrund sehr berührend. Hauptdarstellerin Issa Rae ist übrigens bemerkenswertes nicht nur wegen ihres Spiels, sie ist erfolgreiche Produzentin (auch dieses Films) und selbst Regisseurin („The Misadventures of Awkward Black Girl“).


Ein FILMtabs.de Artikel