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Pferde Stehlen

NOR/SWE/DK 2019 (Ut og stjæle hester) Regie: Hans Petter Moland mit Stellan Skarsgård, Bjørn Floberg, Tobias Santelmann, 123 Min.

Als Trond (Stellan Skarsgård) aus Schweden zurück in seine Heimat Norwegen zieht, liegt sein Leben in Trümmern. Seine Frau kam bei einem Autounfall ums Leben. Ein Unfall, bei dem er am Steuer saß. Nun vergräbt er sich in einer entlegenen Hütte am Waldrand und will nur noch allein sein. Doch dann steht Lars (Bjørn Floberg) vor seiner Tür. Trond erkennt in ihm seinen Freund aus Kindheitstagen und die Vergangenheit holt ihn ein. Er reist in der Erinnerung zurück in jenen Sommer vor mehr als fünfzig Jahren, den er bei seinem Vater verbrachte. Als in der Nachbarsfamilie ein Unglück geschieht, wird Trond mit seinen eigenen Schuldgefühlen und der verborgenen Vergangenheit seines Vaters konfrontiert, Eifersucht und unerwiderter Liebe. Per Petterson gibt in seinem verschachtelten Roman eine Erzählung in einer Erzählung wider, die wiederum in eine Erzählung mündet. Auf der literarischen Ebene gelingt es ihm, die einzelnen Handlungsfäden zusammen zu führen, auch Dank der Erzählerstimme von Trond, die durch die Zeitreise der Erinnerung führt. Auch Hans Petter Molands Adaption vertraut in weiten Teilen auf die Stimme von Stellan Skarsgård aus dem Off. Doch der Regisseur von so wundervollen schwarzhumorigen Tragikomödien wie „Einer nach dem Anderen“ oder „Ein Mann von Welt“ hat sich mit dieser groß angelegten Familientragödie verhoben. In traumhaften Naturaufnahmen von Thomas Hardmeier („Die Karte meiner Träume“) und Rasmus Videbæk („Der dunkle Turm“), der den Silbernen Bären auf der diesjährigen Berlinale erhielt, lässt Moland die Freiheit einer Jugend im ländlichen Idyll in der Mitte des 20. Jahrhunderts aufleben. Emotional kann seine Adaption da aber nicht mithalten. „Pferde stehlen“ entfaltet einfach nicht die nötige Wucht, um wirklich zu berühren.


Ein FILMtabs.de Artikel