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Die Vorahnung

Die Vorahnung
USA 2007 (Premonition) Regie: Mennan Yapo mit Sandra Bullock, Julian McMahon, Nia Long, Amber Valletta 97 Min.
 
Wie übersetzt man eigentlich "Self-fulfilling prophecy"? "Selbsterfüllende Prophezeiung" klingt holperig, aber es geht bei beiden Begriffen um eine Vorausdeutung, die sich nur realisiert, weil sie überhaupt ausgesprochen wurde. Beispiele reichen von Ödipus mit dem orakelten Vatermord bis "Star Wars" mit Anakins verzweifeltem Streben, seine geliebte Padme zu retten, und "Matrix" mit dem Oracle-Spruch für Neo. Alles Vorhersagen, die sich nur erfüllen, weil man sie gemacht hat, oder weil man versucht, sie zu verhindern.
 
Es dauert eine Weile, bis Linda Hanson (Sandra Bullock) versteht, dass sie Visionen der Zukunft hat: Mal wacht sie neben ihrem Mann auf, dann ist er am nächsten Tag tödlich verunglückt, um am Morgen wieder unter der Dusche zu stehen. Eine klügere Frau hätte vielleicht viel früher angefangen, auf den Kalender zu schauen, doch irgendwann verstehen Zuschauer und Linda, dass hier die Chronologie durcheinander geraten ist. Nicht weil der Film des türkisch-deutschen Nachwuchs-Regisseurs Mennan Yapo ("Lautlos") interessanter wirken will, als er eigentlich ist. (Oder weil der Film vom Schneidetisch gefallen ist.) Linda weiß, was passieren wird und hat die Chance, innerhalb einer Woche die Zukunft zu verändern. Mit allen Gefahren der "Self-fulfilling prophecy"! Anständig, aber nicht durchgehend überzeugend, setzte Yapo (eigentlich: Yapıcıo
ğlu) die einfache Filmidee um. Spiel und Kamera überzeugen, dem Buch hätten mehr Logik und Nachdenken gut getan.


Ein FILMtabs.de Artikel