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Das Schweigen der Lämmer

USA 1990 (The silence of the lambs) Regie: Jonathan Demme, 118 Min.

Observierend joggt die junge Frau durch einen einsamen Wald. Unruhig streift ihr Blick hin und her. Befremdliche Geräusche aus dem Dickicht unterbrechen das gehetzte Keuchen des Atems. Plötzlich steht eine Gestalt vor ihr - um mitzuteilen, daß der FBI-Ausbildungsleiter sie sprechen möchte.Im "Schweigen der Lämmer erwartet uns einiges an Spannung. So ist es ganz angenehm, daß wir in der ersten Szene noch mit einem leichten Schrecken davon kommen. Böse Überraschungen wird es später reichlich geben.Clarice Starling, die streberhafte FBI-Schülerin mit dem harten Gesicht Jodie Fosters, soll als Musterschülerin im Fach Psychologie den berüchtigten Psychopathen Dr. Hannibal Lector aushorchen. Verzweifelt gesucht werden Informationen über "Buffalo Bill", den Mörder, der seine weiblichen Opfer häutet. Zwar ist "Hannibal the Cannibal" wegen seines unstillbaren Hungers auf Menschenfleisch hinter hochsicheren Gittern, doch seine psychologischen Fähigkeiten und das Wissen über ehemalige Patienten könnten lebensrettend sein. Getrennt von dicken Glasscheiben -Hannibal verspeißt auch gerne Wärternasen- muß Clarice für jede Auskunft ein Stück ihrer innersten Persönlichkeit preisgeben. Bald findet sich die anfangs zerbrechlich wirkende Agentin im tödlichen Kräftespiel zwischen der dämonischen mentalen Kraft Hannibal Lectors und der konkreten Bedrohung eines unbekannten Leichenfledderers.Jonathan Demme (Gefährliche Freundin, Die Mafiosi Braut) inszenierte diese dichte Mischung aus ungeheurer Spannung und auflockerndem Humor. Sie geht unter die Haut, aber Bedrohung und Angst werden nicht nur auf Kosten der weiblichen Opfer erzeugt. Neben den stark blutigen Vorspielen zu einer guten kannibalistischen Mahlzeit steuern auch Insekten ihren typischen Ekelschauer bei und die uralte Frage nach dem Mörder läuft gratis parallel. Bei immer neuen Überraschungen und Rhythmuswechseln vergeht die Zeit im atemlosen Fluge - wie bei der Flucht vor messerwetzenden Fußball-Hooligans. Das einzig Konstante ist die bedrohlich gute Leistung von Anthony Hopkins als Hannibal Lector, der ein wenig an Dr. Mabuse erinnert. Ein Meisterwerk intelligenter Spannung für furchtlose ZuschauerInnen.


Eine Kritik von Günter H.Jekubzik

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