« | Home | »

Blue Moon

USA/IRL 2025 R: Richard Linklater, D: Ethan Hawke, Margaret Qualley,
Bobby Cannavale, 100 Min.

Sie waren das Traumpaar des Broadways: Zwischen 1919 und den frühen
1940er Jahren schufen Richard Rogers und Lorenz Hart einige der größten
Hits des 20. Jahrhunderts. Hart schrieb die cleveren Texte, Rogers
komponierte die unvergessenen Melodien. Aus ihrer Feder stammen
Evergreens wie »My Funny Valentine« und »Blue Moon«. Für zahlreiche
Musicalerfolge schrieben sie gemeinsam über 500 Songs. Regisseur Richard
Linklater hegte schon länger den Wunsch, das tragische Leben von Lorenz
Hart zu verfilmen, aber erst als sein Freund und Stammschauspieler Ethan
Hawke das richtige Alter erreicht hatte, war es soweit. Wie so oft hat
sich die bemerkenswerte Geduld, die Linklater (»Boyhood«) bei seinen
Projekten an den Tag legt, gelohnt.

Hawke glänzt als Hart und feuert ein Stakkato an cleveren Dialogen ab,
die ihm Drehbuchautor Robert Kaplow, mit dem Linklater bereits für „Ich
& Orson Welles“ zusammenarbeitete, in den Mund legt. Er zeichnet Hart
als einen ebenso bemitleidens- wie liebenswerten Künstler, der neun
Monate vor seinem frühen Tod bei der Premierenparty von »Oklahoma!« ein
Comeback versucht. Doch seine Liebe zum Alkohol hat einen Keil zwischen
ihn und Rogers (Andrew Scott) getrieben. Der feiert mit seinem neuen
Partner Oscar Hammerstein II (Simon Delaney) inzwischen noch größere
Erfolge. Seine angebetete Elizabeth (Margaret Qualley) sieht in Hart
nicht mehr als einen guten Freund, auch wenn seine lebendige Phantasie
das anders sieht. So bleibt ihm nur die Gesellschaft des Bartenders Eddy
(Bobby Cannavale) und des Pianisten Morty Rifkin (Jonah Lees). „Blue
Moon“ ist ein Kammerspiel, das – wie so oft bei Linklater – vom
Dauerfeuer seiner Dialoge lebt. Am Ende schwirrt einem der Kopf. Hawks
einnehmende Darstellung, für die er auch für den Oscar nominiert wurde,
bleibt einem aber noch lange in Erinnerung.


Ein FILMtabs.de Artikel