« | Home | »

La Grazia

I 2026 R: Paolo Sorrentino, D: Toni Servillo, Anna Ferzetti, Orlando
Cinque, 133 Min.

Die Charaktere aus den Filmen von Paolo Sorrentino (»La Grande Belezza –
Die große Schönheit«) hadern mit ihrer irdischen Existenz in einer
verführerischen Welt des Scheins. Ob als Andreotti (»Il Divo«) oder
Berlusconi (»Loro«): Die schillernden Figuren der italienischen Politik,
die Sorrentino immer wieder ins Zentrum seiner Filme stellt, werden
stets genial verkörpert von Toni Servillo. Auch in ihrer erneuten
Zusammenarbeit spielt Servillo einen Politiker: Den fiktiven, alternden
Präsidenten der Republik. Der alte »Betonkopf« steht kurz vor der
Pensionierung. Während er ein letztes Mal versucht, seinen Ruf für die
Nachwelt zu definieren, ist seine Tochter und Beraterin engagiert, seine
Unterschrift unter das Euthanasiegesetz zu bekommen. Der Präsident
hadert mit sich selbst, seiner verstorbenen Frau und den Entscheidungen.
Ist Ugo Romani wirklich der Richtige für seine Nachfolge? Und wer hat
seine Worte der Begnadigung wirklich verdient? Wie immer hüllt das Daria
D’Antonio hinter der Kamera in berauschende Bilder, von denen jedes
einzelne gerahmt an die Wand gehört. Die Drehorte sind exquisit, der
Aufwand beträchtlich. Auch wenn Sorrentino hier also dieselben Motive
des hadernden Abgangs bedient, hat auch »La Grazia« eine gewisse Grazie.
Ein manchmal etwas prätentiöser Sinnesschmaus mit hintergründigem Humor.


Ein FILMtabs.de Artikel