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Fassaden

D 2025 R: Alina Cyranek, 87 Min.

Zunächst war es diese krankhafte Eifersucht, bald kontrolliert er ihre
E-Mails, schließlich mündet es in Gewalt. »Es fing an mit einem
Schubser, dann ein Treten und es wurde immer schlimmer.« Die
Schilderungen gleichen sich immer wieder. Jede dritte Frau wird
mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von Partnerschaftsgewalt. Jeden
Tag wird eine Frau aufgrund ihres Geschlechts geto?tet. Die Statistiken
sind alarmierend und offenbaren ein strukturelles Problem. Die
Leipzigerin Alina Cyranek nahm Kontakt zu jenen Menschen auf, an die
sich betroffene Frauen wenden: Polizistinnen und Polizisten, Ärztinnen,
Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Psychologinnen und
Rechtsanwältinnen. Und sie sprach mit betroffenen Frauen. Ihr Film
„Fassaden“ gibt die Geschichten ungefiltert wider. Die Originalzitate
aus Gesprächen mit vier betroffenen Frauen werden einfühlsam gesprochen
von Sandra Hüller. Sie verkörpert die Protagonistinnen. Ihre Erlebnisse
gehen unter die Haut. Visuell unterstützt werden die Zeugnisse von
Sebastian Webers intensiver Choreografie, in der Gesa Volland und Damian
Gmür die Dynamiken der toxischen Beziehungen verkörpern. Dazwischen
Bilder von friedlichen Fassaden deutscher Wohnsiedlungen und animierte
Sequenzen von Aline Helmcke. Unterbrochen werden die mitunter schwer
erträglichen Schilderungen von den Interviews mit Fachleuten, die
Auskunft geben über ihre Erfahrungen, Abläufe und Regeln. So entsteht
ein guter Eindruck von dem System, das greift, wenn Frauen Gewalt erfahren.


Ein FILMtabs.de Artikel