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Astrid Lindgren – Die Menschheit hat den Verstand verloren
Die Doku-Fiktion versucht, die berühmte Kinderbuchautorin anhand ihrer erst 2015 veröffentlichten Kriegstagebücher neu zu entdecken, bleibt dabei jedoch weit hinter deren Potenzial zurück. Originalpassagen vom Schrecken des Krieges aus den Tagebüchern von 1939 bis 1945 werden vorgelesen und vom meist posierenden Ensemble (Sofia Pekkari, Tom Sommerlatte) begleitet. In Dokuszenen rekapitulieren Tochter Karin Nyman, Enkelin Annika Lindgren und Großenkel Johan Palmberg Episoden aus Lindgrens Leben, wirken jedoch erstaunlich distanziert. Einzig Karin liefert mit der Entstehungsgeschichte von „Pippi Langstrumpf“, erzählt an ihrem Krankenbettchen, einen lebendigen Moment. Ein unangenehmes Déjà-vu: Der intensive Film „Bereits Astrid“ hatte 2018 alles eindringlicher gezeigt. Die bemühten szenischen Rekonstruktionen und blassen Impressionen an Originalschauplätzen erreichen kaum das Niveau gängiger TV-Dokus. Nur einzelne Gedanken der jungen Mutter eines unehelichen Kindes und der frühen Feministin über Humanismus, Krieg und Verfolgung lassen die Kraft von Lindgrens Stimme aufleuchten.
„Astrid Lindgren – Die Menschheit hat den Verstand verloren“ (Schweden 2025), Regie: Wilfried Hauke, mit Karin Nyman, Annika Lindgren, Johan Palmberg, 100 Minuten, FSK: ab 12
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- Publiziert von:
- Günter H. Jekubzik, 22.01.2026 / 6:48
- Rubrik:
- Kritiken GHJ
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