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Ich sterbe, kommst du?

D 2025 R: Benjamin Kramme, D: Jennifer Sabel Barbara Philipp Hildegard
Schroedter, 99 Min.

Nadine (Jennifer Sabel) ist wütend. Auf ihren Ex-Mann Mike, auf ihre
Mutter Renate, auf das Schicksal, ihren Körper, den Krebs. Als die junge
Frau ins Hospiz kommt, begegnet sie allen mit Feindschaft, den anderen
Patienten ebenso wie den Pflegerinnen und Pflegern, die versuchen, ihr
Leiden zu mindern. Alles was sie will, ist ihren Sohn Dexter zu sehen.
Doch der reagiert verstört als er seiner Mutter mit kurz geschorenen
Haaren begegnet. Erst als Nadine beginnt, ihr Schicksal zu akzeptieren,
öffnet sie sich den Anderen und findet Freunde, die sie bis zum Ende
begleiten – das der anderen und ihr eigenes.

Regisseur Benjamin Kramme arbeitet seit mehr als zehn Jahren im sozialen
Dienst. Er kennt die Arbeit im Hospiz und zeigt es in seinem Debütfilm
als einen lebendigen Ort, in dem auch viel gelacht wird. Er inszenierte
ein berührendes menschliches Drama, das vom Abschiednehmen erzählt, von
der Angst vor dem Tod, aber auch von den Überraschungen, die das Leben
bis zum Schluss bereithält und der Erkenntnis, dass es oft unfertig zu
Ende geht. Dafür wurde er mit dem Publikumspreis beim Filmfestival Max
Ophüls Preis ausgezeichnet. „Mit Feingefühl und Klarheit zeigt uns
dieser Film, dass wir auch am Ende Bedeutung in das Leben anderer tragen
können“, schrieb die Jury in ihrer Begründung. Kramme, der „Ich sterbe,
kommst du“ gemeinsam mit seiner Hauptdarstellerin schrieb, gelang ein
tieftrauriger und tröstender Film, der die Hospizarbeit würdigt und
Hoffnung spendet. „Wer das hier liest, braucht vor nichts Angst zu
haben.“ steht am Ende auf einem Grabstein – So, wie auch Benjamin
Krammes Film etwas von der Angst nimmt.


Ein FILMtabs.de Artikel