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Bring her back

R: Danny Philippou, Michael Philippou, D: Billy BarrattSally Hawkins,
Sora Wong, 104 Min.

Mit »Talk to me« haben die Zwillingsbrüder Danny und Michael Philippou
ein bemerkenswert frisches Horrordebüt vorgelegt. Mit »Bring her back«
bleiben sie dem Genre treu, mischen aber die Elemente neu. Ähnlich wie
bei Ari Asters »Hereditary« ziehen die Figuren das Böse durch ihre
Trauer an. Als der 17-jährige Andy (Billy Barratt) und seine
sehbehinderte jüngere Schwester Piper (Sora Wong) ihren Vater regungslos
auf dem Boden der Dusche finden, bleibt ihnen wenig Zeit, den Verlust zu
verarbeiten. Bis Andy volljährig ist und die Vormundschaft über seine
Schwester übernehmen kann, sind es noch drei Monate. Piper soll solange
zu Laura (Sally Hawkins) und Andy kann an ihrer Seite bleiben, sofern er
sich benimmt. Die alleinstehende Frau wirkt zunächst überaus herzlich.
Auch sie hat einen Verlust zu verarbeiten: Ihre blinde Tochter ertrank
im Pool und war in etwa im Alter von Piper.

Es braucht nicht lange, bis man als genrekundiger Zuschauer die Elemente
zusammenzählt und weiß, wohin die Brüder Philippou zielen. Alles an
»Bring her back« ist vordergründig – selbst der Titel. Trotzdem ist der
Horror spannend inszeniert und einzelne Überraschungen bleiben, so etwa,
welche Rolle der stumme Ziehsohn Oliver bei alledem spielt. Sehenswert
ist der Film aber vor allem wegen Sally Hawkins (»Shape of Water«). Ihre
schwer durchschaubare und trotzdem immer nachvollziehbare Darbietung
verleiht Laura Menschlichkeit. So ist »Bring her back« unter all den
drastischen Schockeffekten, Jump Scares und anderen Horrorkonventionen
eine berührende Studie über Verlust.


Ein FILMtabs.de Artikel