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Memoiren einer Schnecke
Nach dem weltweiten Erfolg von »Mary & Max« arbeitete der Australier Adam Elliot mehr als eine Dekade an seinem zweiten Langfilm. Mit »Memoiren einer Schnecke« ist ihm erneut eine herzzerreißende Trickfilmballade gelungen, die jede Minute der langen Wartezeit wert ist. Er erzählt die Geschichte von Grace Pudel, die geradezu besessen ist von Schnecken. Am liebsten würde sie sich selbst gern in ihr Haus zurückziehen, um der harschen Welt zu entfliehen. Ihr einziger Anker ist Zwillingsbruder Gilbert, der sich stets für sie einsetzt, wenn sie mal wieder von ihren Mitschülern gehänselt wurde. Doch nach dem Tod des alkoholkranken Vaters muss Gilbert in eine Pflegefamilie am andere Ende von Australien. In ihren Briefen versuchen sie einander näher zu sein, doch Grace muss lernen, auf eigenen Beinen zu stehen. Hilfe bekommt sie dabei nur von der lebensfrohen Pinky, einer älteren Dame aus der Nachbarschaft. Graces Schicksal zertrümmert immer wieder unser Herz, um es dann gleich des Kintsugi, der japanischen Kunst der Reparatur, mit goldenen Momenten zu kitten. Adam Elliots Dioramen sind herrlich detailverliebt und ebenso liebevoll gestaltet wie seine Figuren. Besonders Grace wächst uns ans Herz. Das kleine Mädchen mit den traurigen Augen will man einfach nur in den Arm nehmen. Die Animationskunst, mit der Elliot den liebenswert-verschrobenen Figuren Leben einhaucht ist einzigartig.
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 23.07.2025 / 11:48
- Rubrik:
- Kritiken LT
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