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Streik

Frankreich 2018 (En Guerre) Regie: Stéphane Brizé, mit Vincent Lindon, Mélanie Rover, Jacques Borderie 114 Min. FSK ab 12

»En guerre« (Im Krieg) – der französische Originaltitel verrät es: Es herrscht Krieg zwischen der Geschäftsführung einer kleinen Fabrik in Anges und den Angestellten. Als der Standort der deutschen Firma geschlossen werden soll, weil er nicht mehr rentabel genug ist, stehen 1.100 Mitarbeiter vor dem Aus. Viele von ihnen organisieren sich hinter Gewerkschaftler Laurent und ziehen in den Arbeitskampf – ein verzweifeltes Gefecht, das viele Opfer fordert. Regisseur Stéphane Brizé, der seinen Hauptdarsteller Vincent Lindon bereits in »Der Wert des Menschen« auf den unsicheren Arbeitsmarkt warf, wirft den Zuschauer hier vom ersten Moment an in die Schützengräben zwischen den Arbeitern und der Konzernspitze. Sein fiktiver Krieg hat zahlreiche reale Vorbilder im modernen Frankreich, dessen Kino in den vergangenen Jahren immer wieder die Folgen von Fabrikschließungen thematisiert und soziale Missstände anprangert. Brizé ist ein Kämpfer vom Schlage eines Ken Loach. Dabei reißt er die Hintergründe hier nur an. Der Film steigt mitten hinein in den tobenden Krieg. Dieses Gefecht ist laut und blutig und Brizé schafft mit Handkamerabildern, aggressivem Musikeinsatz und einem konstant aggressiven Dialogabtausch der beiden Fronten ein hohes Maß an Anspannung beim Betrachter. »Streik« ist ein (zurecht) wütender Film über den verzweifelten Kampf gegen die Ungerechtigkeit. Fordernd, nervtötend, schmerzhaft und wichtig.


Ein FILMtabs.de Artikel