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Das krumme Haus

USA 2018 (Crooked House) Regie: Gilles Paquet-Brenner, mit Gillian Anderson, Max Irons, Glenn Close 115 Min.

Krimis von Agatha Christie sind nicht skandinavisch und regional höchstens altertümlich gedacht. Also ziemlich verstaubter Kram, der unverständlicherweise immer wieder verfilmt wird. „Das krumme Haus“ ist so eine verschnarchte Kostümparty zum Abgewöhnen.

Es gibt im Schloss der sehr reichen englischen Familie Leonides gleich mehrere Verdächtige für den Giftmord am ungeliebten Patriarchen. Privatdetektiv Charles Hayward (Max Irons) ermittelt und die ersten 30 Minuten sind ein einziges Rankarren semi-prominenter Darsteller samt Vorstellung der Klischees, die sie ausfüllen sollen. Den Detektiv und die Auftraggeberin aus der Familie verbinden eine Affäre im dekorativen Kairo, die Leidenschaft brennt weiter mit der Temperatur eines Tiefkühlgerätes.

Interessanter als der junge Detektiv ist Glen Close in der Rolle einer cleveren Schlossherrin, die mit Flinte Maulwürfe jagt. Auch Terence Stamp als Chef von Scotland Yard macht was her, seine dramatische Funktion ist eher ein Witz in der humorlosen Angelegenheit. Überhaupt fühlen sich bei diesen gepflegten Verbrechen in reich ausgestatteter Umgebung viele Szenen wie schlechtes Theater an. Mit theater-mäßigem, penetrant störendem Eindringen im die Privatgemächer der Verdächtigen.

Das ist wie „Orient Express“ ohne Räder. Und ohne Zug oder moderne Geschwindigkeit. Also ein alter Stoff und die passende, altbackene Inszenierung.


Ein FILMtabs.de Artikel