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Killing Them Softly

USA 2012 (Killing Them Softly) Regie: Andrew Dominik mit Brad Pitt, Scoot McNairy, Ben Mendelsohn, James Gandolfini, Vincent Curatola, Richard Jenkins, Ray Liotta, Sam Shepard 97 Min. FSK ab 16
Der Neuseeländer Andrew Dominik erschien vor fünf Jahren urplötzlich auf der Szenerie mit „Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford“. Der Spätwestern trug nicht nur einen wuchtigen Titel, auch die Bilderwelten Dominiks blieben, ebenso wie das grandios aufspielende Ensemble, nachhaltig in Erinnerung. Dominik schrieb auch das philosophische Drehbuch dieses Films, der sich durchaus gut als Alterswerk eines Meisterregisseurs macht – nur war Dominik zu diesem Zeitpunkt erst 40 und hatte davor gerade mal einen Film gedreht, den weitgehend ignorierten Thriller „Chopper“ – und der lag bereits sieben Jahre zurück.
Auch für sein drittes Werk hat sich Dominik wieder viel Zeit gelassen, so wie er auch diesmal einen eher gemächlichen Erzählton an den Tag legt. Dreh- und Angelpunkt der Romanvorlage „Cogan’s Trade“ von George V. Higgins sind der junge Gauner Frankie (überzeugend: Scoot McNairy, „Monsters“) und sein Kumpel Russel (Ben Mendelsohn). Frisch aus dem Knast entlassen, sind sie auf der Suche nach einer Möglichkeit, schnell an Geld zu kommen. Der Kleinkriminelle Johnny Amato (Vincent Curatola) besitzt die nötigen Connections und schlägt ihnen einen reizvollen Deal vor: sie sollen die Pokerrunde bei Markie Trattman (Ray Liotta) überfallen. Markie hat dies selbst vor Jahren erfolgreich gemacht. Jeder weiß, dass er es war und so ist der alteingesessene Glücksspieler der erste, der seinen Kopf dafür hinhalten muss. Aber eben auch nicht der letzte und so kommt es, dass Auftragskiller Jackie Cogan die Szenerie betritt, um die Drecksarbeit zu erledigen.
Brad Pitts Leinwandauftritt nach dem ersten Akt ist stilvoll in Szene gesetzt, immerhin entscheidet seine Profession um Leben und Tod und steht im Fokus des Originaltitels. Aber auch sonst ist das Ensemble eine ansehnliche Mischung aus Newcomern und Altstars wie Richard Jenkins oder Sam Shepard. Unterm Strich ist „Killing Them Softly“ jedoch eine milde Enttäuschung ob der hohen Erwartungen, ist er doch „nur“ eine weitere grimmige Gangsterballade, die etwas zu krampfhaft versucht die Brücke zur aktuellen wirtschaftlichen Lage zu schlagen. Allerdings scheitert Dominik auf höchstem Niveau.


Ein FILMtabs.de Artikel