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The Dark Knight Rises

USA, Großbritannien 2012 (The Dark Knight Rises) Regie: Christopher Nolan mit Christian Bale, Michael Caine, Gary Oldman, Anne Hathaway, Tom Hardy, Marion Cotillard, Joseph Gordon-Levitt, Morgan Freeman 164 Min. FSK ab 12 Acht Jahre nach dem Sieg über Joker sowie dem zwiegesichtigen Staatsanwalt Dent steckt der dunkle Ritter in einem schwarzen Loch und es ist nicht Batcave, die Hauptquartier-Höhle des Flattermanns. Alle Kriminellen oder Verdächtigen von Gotham City hocken im Knast, Bruce Wayne versteckt sich in seinem Schloss, speist und lebt nur mit seinen Depressionen. Erst der Diebstahl einer Perlenkette durch die raffinierte Selina Kyle (das einstige Prinzesschen Anne Hathaway wird zur Catwoman) bringt ihn ins Leben zurück. Gerade rechtzeitig zu einem gigantischen Komplott gegen Gotham City, das ohne jede Verkleidung einfach das New York meint. Oberschurke Bane (Tom Hardy) trägt den Krieg seiner arabischen Heimat in die westliche Vorzeige-Metropole, hat für die Wall Street-Banker statt Milliarden nur ein paar Kugeln, vertreibt dann die Reichen aus ihren Palästen an der 5th Avenue. Dabei ging Bane, diese Ausgeburt einer sozialistischen Hölle, zur gleichen Kampf-Schule wie Bruce Wayne, doch der verstoßene (Schwieger-) Sohn Ra’s Al Ghuls (Liam Neeson) hat trotz einer Gesichts- und Atemmaske noch richtig Biss. Vor allem im Gegensatz zum satten und trübsinnigen Batman. Der muss mit gebrochenem Rückgrat (und Willen?) erst in den Untergrund, aus dem einst Bane hervorkroch, während der martialische Mörder seinerseits den Untergrund New Yorks unterminiert. Denn diesmal wird statt Gift in Kosmetik in ganz Manhattan Sprengstoff unter den Beton gemischt - mit atemberaubenden (Bild-) Folgen… „The Dark Knight Rises“ zeigt vor allem eines: Wenn man sich bei einem Guru anmeldet, weil man psychische Probleme hat oder meint immer eine Millionenstadt retten zu müssen, bitte gründlich über dessen Verhältnisse informieren. Denn die ganze Trilogie wäre in 15 Minuten erledigt, gäbe es nicht Ra’s Al Ghul, diese bittere Mischung aus Konfuzius und Kampfmaschine. Nach „Batman Begins“ und „The Dark Knight“ trägt „Dark Knight Rises“ schmutzige Weltpolitik in den Mikrokosmos Gotham City, der sich immer selbst genügte. Nolan tobt sich mit den Comic-Charakteren Bob Kanes aus, beginnt mit James Bond-Action über den Wolken und will auch am Ende noch nicht Schluss machen, denn da heißt es: Robin (Joseph Gordon-Levitt) Rises. Dabei überzeugt wieder die gelungene Balance aus guten Charakteren mit ernstzunehmenden Tiefen und eindrucksvollen Popcorn-Szenen. Beim ganz großen Anschlag lässt Bane ein komplettes Football-Feld im Untergrund versinken, während ein Spieler zum Touchdown stürmt und dann im Rückblick staunend die riesige Trümmerlandschaft sieht, in der beide Mannschaften vor versammelten Rängen verschwanden. Das macht was her auf der Leinwand, aber spielt auch maßlos mit Menschen, die nicht zählen.. Das Drehbuch spielt sogar ohne große Folgen mit Atombomben - eine seltsame Energiewende. Den Humor übernimmt eine feine Ironie ohne Schenkelklopfer, wenn Bruce Wayne etwas beim Wohltätigkeits-Maskenball der einzig ohne Maske ist. Oder wenn die Maskenmänner Wayne und Bane, bei den direkten Duellen mit archaischer Faustkraft mit ihren verzerrten Stimmen irgendwie nach Muppet-Show klingen. Bei allem großen Kino - unterstützt von einem endlich mal wieder beeindruckenden Soundtrack Hans Zimmers - lassen auch fast drei Stunden Lauflänge zu wenig Zeit: Marion Cotillard verschwindet als wahrlich nicht unwichtige Wayne-Gespielin Miranda Tate in den Hintergrund, das Handlungs-Holterdiepolter wirkt stellenweise übereilt. Was aber beim gespannten Staunen nicht wirklich auffällt. „The Dark Knight Rises“ liefert ein gelungenes Finale zu Nolans Latex-Triptychon.


Ein FILMtabs.de Artikel