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Das verflixte 3. Jahr
Frankreich, Belgien 2012 (L’ amour dure trois ans) Regie: Frédéric Beigbeder mit Gaspard Proust, Louise Bourgoin, JoeyStarr 98 Min. FSK ab 12
Prinzipienuntreu
Wenn man vom Werk auf seinen Autor schließen kann, dann ist Frederic Beigbeder ein Kotzbrocken. Das war schon nach Jan Kounens Verfilmung seines Übererfolgs „39,90“ klar. Damals wusste er noch, wovon er schrieb, hatte er sich mit seiner ätzenden Abrechnung mit einer menschenverachtenden Industrie doch selbst aus seiner erfolgreichen Karriere als Werbefuzzi gekickt. Nun hat er über die Liebe geschrieben und schickt wieder einmal ein Ekel, das unübersehbar autobiographische Züge trägt durch die Läuterungsmaschine.
Der Literaturkritiker und Nightlife-Kolumnist Marc Maronnier (Gaspard Proust) führt ein beneidenswertes Leben – bis ihn seine Freundin Anne (Elisa Sednaoui) sitzen lässt. Damit verliert er endgültig den Glauben an Beziehungen und stellt eine These auf: jede Ehe ist zum Scheitern verurteilt und dauert maximal drei Jahre. Im ersten kauft man Möbel, im zweiten stellt man sie um und im dritten teilt man sie auf. Sein Pamphlet verpackt er in Buchform und wird über Nacht zum gefeierten, allerdings anonym bleibenden Autor. Derweil ist Marc bereits wieder über beide Ohren verliebt und setzt alles daran, dass seine Identität nicht auffliegt.
Wesentlich sympathischer wirkt Beigbeders Protagonist am Ende aber nicht. Er windet sich vielmehr durch die Situation ohne rechtes Lernpotential. Das macht ein Verständnis für die Figur und ein Interesse für seine Handlungen schwierig. Beigbeder, der hier zum ersten Mal als Regisseur agiert, fährt auf Nummer sicher im Fahrwasser der RomCom-Klischees, ohne dem Genre wirklich eine Nuance hinzu zu fügen.
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 20.07.2012 / 1:30
- Rubrik:
- Kritiken LT
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