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Tabu – Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden
AT/DE/LU 2011 Regie: Christoph Stark mit Lars Eidinger, Peri Baumeister, Rainer Bock 94 Min.
„Es dräut die Nacht am Lager unsrer Küsse. Es flüstert wo: Wer nimmt von euch die Schuld? Noch bebend von verruchter Wollust Süße. Wir beten: Verzeih uns, Maria, in deiner Huld.“ Die Hinweise in Georg Trakls Werk sind eindeutig. Christoph Stark wagt sich nun daran, zu zeigen, wie die Beziehung zwischen dem expressionistischen Dichter und seiner viereinhalb Jahre jüngeren Schwester Margarete ausgesehen haben mag.
Georg (Lars Eidinger) schlägt sich eher schlecht als recht durchs Leben im Wien der Jahrhundertwende. Seinem Studium der Pharmazie geht er eher selten nach und bedient sich lieber aus dem Arzneischrank seiner Bildungsstätte. Als seine Schwester (Peri Baumeister, Max Ophüls Preis 2012) in die Hauptstadt kommt, um ihrem Talent als Pianistin zu folgen, rückt für Georg alles in den Hintergrund. Während Margarete nichts Verwerfliches an ihrer Liebe findet, fressen Georg die Schuldgefühle allmählich auf.
Christoph Stark ist ein unbequemer Film gelungen, der nicht verurteilt, die Gefühle aber auch nicht nüchtern analysiert. Die Leidenschaft zwischen den Geschwistern wird emotional erzählt und dabei nicht in den familiären Ursachen gewildert. Ein mutiger Film mit zwei couragierten Nachwuchsdarstellern.
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 30.05.2012 / 11:00
- Rubrik:
- Kritiken LT
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