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Leb wohl, meine Königin!

F/E 2012 Regie: Benoît Jacquot mit Léa Seydoux, Diane Kruger, Virginie Ledoyen 105 Min.

Der Untergang von unten

Paris am Vorabend der Französischen Revolution: Sidonie Laborde (Léa Seydoux) hat sich in den engsten Kreis der Königin vorgearbeitet, ist aber immer noch ein kleines Rädchen im Uhrwerk des Hofstaats von Ludwig XVI.. Als Marie Antoinettes Vorleserin ist sie ihr jedoch so nah wie kaum eine andere und wird zu ihrer Vertrauten. Die eigentliche Leidenschaft der jungen Frau gilt dem Nähen, doch ist in den strickten Mechanismen am Hofe kein Platz dafür.
Als das Volk beginnt sich aufzulehnen und die Bastille stürmt, dringt nur wenig davon in die Mauern des Königssitzes. Doch bald manifestieren sich die Gerüchte in einer echten Bedrohung und Panik bricht aus unter den Adeligen. Die Königin kratzt zusammen, was ihr wichtig ist und plant die Flucht. Das Personal wird geopfert.
Im ersten Akt fasziniert der ungewöhnliche Blickwinkel von unten auf die Monarchen. Die Handkamera folgt Sidonie im Eilschritt durch die Gänge und nimmt sich wenig Zeit für die Inszenierung des Prunks in dem Marie Antoinette zu schwelgen pflegte. Je mehr „Leb wohl, meine Königin!“ jedoch auf das unausweichliche Ende hin steuert, desto weniger Interesse bringt man für das Schicksal der Figuren auf. Irgendwie verliert sich der Plot in den Menschen, die durchs Gemäuer taumeln, erpicht darauf, ihre eigene Haut zu retten. Diane Kruger wirkt darin wie ein königliches Wrack auf Drogen, trunken vom Glanz und Glitter. Eine echte Entdeckung der Berlinale 2012, die der Film in diesem Jahr eröffnete, ist die junge Léa Seydoux („Mission: Impossible – Phantom Protokoll“), die eine vielversprechende Karriere vor sich hat.


Ein FILMtabs.de Artikel