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Der Diktator

USA 2012 (The Dictator) Regie: Larry Charles mit Sacha Baron Cohen, Anna Faris, Ben Kingsley 83 Min.
Politsatire und Peniswitz liegen bei Sacha Baron Cohen nur eine Szene entfernt, da macht auch sein neuer Film keine Ausnahme.
Nach den semi-dokumentarischen „Borat“ und „Brüno“ haben Cohen und sein Kollaborateur Larry Charles diesmal die Form der Fiktion gewählt, reichern ihr Drehbuch aber mit unzähligen Bodychecks auf aktuelles politisches Geschehen und Bildmaterial aus den Tagesnachrichten an. Als despotisches Oberhaupt des nordafrikanischen Staates Wadiya reist Admiral General Aladeen mit einem Tross aus Kamelen und Lamborghinis nach Amerika, um seine Hasstiraden vor der UN zu schwingen, als er entführt und durch einen kleingeistigen Doppelgänger ersetzt wird.
Der Weg zurück an die Macht gibt sich zumindest bis kurz vor dem Finale nicht mit lästigen Dingen wie Läuterung und Einsicht des entthronten Diktators ab. Cohen erlaubt sich, was sich auf der Leinwand sonst niemand erlaubt und ausnahmslos alle bekommen ihr Fett weg. Nicht jeder Gag sitzt und Fremdschämen ist King, aber Cohens Dreistigkeit gehört bewundert. Hier darf man über amerikanische Vorurteile ebenso herzhaft lachen wie über Osamas Stuhlgang. Der britische Komiker sprengt dabei zwar immer wieder die Grenzen des guten Geschmacks und verfällt in pubertär-platten Humor. Damit ist er aber nicht weit entfernt von den Pythons oder „Little Britain“ und steht damit durchaus in guter Tradition. Auch wenn am Ende die Liebe gewinnen muss und das Finale fast milde ausfällt, hat sich Cohen für den Epilog noch einen wunderbar ätzenden Kommentar aufgehoben.


Ein FILMtabs.de Artikel