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Offroad
BRD 2011 Regie: Elmar Fischer mit Nora Tschirner, Elyas M’Barek, Max von Pufendorf 98 Min. FSK ab 12 Neben der Spur Meike und Philipp sind ein nettes Paar. Ihre Idee von Spaß findet auf einem Hollandtandem mit Helm statt. Beim Abbiegen lieber doppelter Armeinsatz - Sicher ist Sicher. Richtig Gas und sich selbst die Kante gibt Meike (Nora Tschirner) beim Schützenfest, bis ins Bett. Da bremst sie Philipp (Max von Pufendorf) aus, der wieder mal keine Lust hat. Also gibt es nur noch den Jeep mit Geweih am Kühler, um wirklich Spaß zu haben. Meike spielt mit der Kiste im Braunkohle-Löchern rum, bis zum Platten und der Entdeckung von 50 Kilo Koks anstelle des Reservereifens. Da hatten beim Zoll, bei dem sie die Protz-Kiste gerade günstig ersteigert hat, wohl alle Schnüffelhunde Schnupfen! Die nächste Entdeckung ist Philipp, der im Garten fremdvögelt, und dann die große Freiheit, die das graue Mäuschen mit Blümchen-Bluse nicht richtig ernst nimmt. In der Düsseldorfer Disco „Snow“ (Achtung: Wortspiel!) kommt sie gar nicht erst rein, um ihren Schnee in kleinen Mengen zu verkaufen. Auf dem Parkplatz schlagen sie die ersten Kunden gleich zusammen. Salim (Elyas M’Barek) kommt mit seiner Freundin zu Hilfe und verpflegt Meike zuhause. Das bevorstehende Liebespaar aus bravem Mädchen und keckem Deutsch-Türken düst dann nach Berlin, im Nacken immer drei gnadenlose Werbefutzis, die mit dem Pulver ihre Firma retten wollten. Meike zeigt sich in Bruce Willis-Tradition schnell zerzaust, während die aus dem Dörflichen befreite Handlung einige coole Berliner Locations abklappert. Elmar Fischer, der mit seinem ersten Kinofilm „Fremder Freund“ noch sehr politisch erzählte, wollte es nun mal mit Unterhaltung versuchen. Vorerst muss man dabei raten: Fischer, bleib bei deinen Leisten. Denn unterhalten wird nicht wirklich gut und vermittelt irgendwie gar nichts. Gesagt dafür umso mehr: „Offroad“ hat mit viel Offtext schwer Blei im Tank Wohl damit es auch der letzte versteht, wird doch tatsächlich der Reingewinn beim Koks-Verkaufen noch aufgemalt wie bei Peter Zwegat. Kino oder TV - das bleibt die Frage beim „Tatort“- und „Bloch“-Regisseur Fischer. Nora Tschirner spielt als Kino-Bekannte gebremst aber gut mit. Elyas M’Barek war komödiantisch in „Türkisch für Anfänger“ besser, aber schlägt sich auch ansehnlich. Danach wird es im Cast unauffällig, die Kurzauftritte von Dominic Raacke, Leslie Malton und Axel Milberg sind auch schnell vergessen. Trotz schnellem Schnitt, viele wechselnden Perspektiven, Splitscreen und Wischblenden ist irgendwann der Drive der Geschichte mit ihrem recht dünnen Handlungsfaden weg. Es bleiben tolle Einzelszenen wie die definitive Trennung, in der Meike das Tandem entzwei flext oder eine klassische mexikanische Patt-Situation in enger Berliner Bude, die der hereinstürmenden Nachbarin als Theaterprobe mit Revolvern verkauft wird.
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- Publiziert von:
- Günter H. Jekubzik, 11.01.2012 / 10:15
- Rubrik:
- Kritiken GHJ
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