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Poliezei
(Polisse) F 2010 Regie: Maïwenn mit Karin Viard, Joey Starr, Marina Foïs, Maïwenn 127 Min. FSK 16
Vergewaltigung und Misshandlungen sind an der Tagesordnung bei der Pariser Sitte – nur dass hier die Opfer Kinder sind. Der Alltag beim Jugendschutz-Dezernat der Polizei hinterlässt Spuren. Die Fälle reichen von Kinderarbeit und Prostitution bis hin zu Großeltern und Eltern, die sich an den verletzlichen Körpern der Heranwachsenden vergehen. Ein Privatleben ist für die Beamten nahezu unmöglich, Beziehungen zum Scheitern verurteilt. Da bleiben nur die Kollegen, eine eingeschworene Gemeinschaft. Gemeinsam ermitteln sie und spülen sich am Abend in der Bar die Bilder des Tages aus dem Kopf.
Die junge Fotografin Melissa (Regisseurin Maïwenn) soll die Einheit im Rahmen einer PR-Aktion der Polizeibehörde begleiten. Sie wird Zeugin der nervlichen Belastung und der Verzweiflung, wenn die Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen werden oder die Einsatzkräfte zu spät vor Ort sind. Die Wut und Frustration entlädt sich untereinander und droht zu eskalieren.
Beklemmend real wirkt der Einblick in einen der härtesten Jobs in der französischen Metropo16le. Im Stil einer Dokumentation hält die französische Schauspielerin und Regisseurin Maïwenn Le Besco die durch echte Erlebnisse aus dem Alltag der Paiser Jugendschützer inspirierten Szenen fest. Um die Authentizität zu unterstreichen, schrieb sie sich gar selbst als außenstehende Beobachterin in das Skript.
Ihr gelingt ein ungeschönter Blick in menschliche Abgründe, gleichermaßen berührend und erschreckend. Vor ihrer Kamera versammelte sie ein starkes Ensemble mit bekannten Gesichtern des französischen Kinos. Ihr authentisches Spiel und die packende Inszenierung waren dem Filmfestival in Cannes den großen Preis der Jury wert.
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 23.10.2011 / 5:00
- Rubrik:
- Kritiken LT
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