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Wintertochter
D/Polen 2011 Regie: Johannes Schmid mit Ursula Werner, Nina Monka, Leon Seidel 96 Min. FSK o.A.
Spurensuche Ost
Alle Beteuerungen ihrer Eltern helfen nichts. Als die 12jährige Kattaka erfährt, dass ihr Vater nicht der ist, den sie all die Jahre Papa genannt hat, ist sie schwer getroffen und zieht sich zurück. Noch dazu ist ein Geschwisterchen unterwegs und damit die Befürchtung, nicht die Liebe zu erfahren, die das „richtige“ Kind ihrer Eltern bekommen wird. Also beschließt sie, sich auf die Suche nach ihrem wirklichen Erzeuger zu machen und reist mit der 75jährigen Nachbarin Lene Graumann nach Polen. Hier soll ihr Vater, ein russischer Seemann, im Hafen anlegen. Mit im Gepäck: Kattakas bester Freund Knäcke. Doch als die drei in Stettin ankommen, ist Papa Alexej schon weg. Die Fahrt nach Danzig wird zur einzigen Hoffnung für Kattaka, ihn doch noch kennen zu lernen, bevor sein Schiff nach Wladiwostok ablegt. Für Frau Graumann ist es jedoch auch eine Reise in die dunkle Vergangenheit, an die Orte ihrer Herkunft. Mit viel Feingefühl verbindet Regisseur Johannes Schmid („Blöde Mütze“) ernste Themen mit kindlicher Leichtigkeit und betrachtet die ferne Vergangenheit aus den Augen eines Kindes. Das schwere Sujet könnte jedoch zu anspruchsvoll sein für ein jüngeres Publikum, an das der Film zweifellos gerichtet ist.
Die junge Nina Monka verkörpert die innerlich zerrissene Figur der Kattaka, die zwischen der Liebe zu ihren Eltern und der Sehnsucht nach ihrem Vater hin und hergerissen ist, überzeugend. Ihr zur Seite steht Ursula Werner, die zuletzt in Andreas Dresens „Wolke 9“ brillierte.
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 20.10.2011 / 3:30
- Rubrik:
- Kritiken LT
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