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Der große Crash – Margin Call
USA 2010 (Margin Call) Regie: JC Chandor mit Kevin Spacey, Jeremy Irons, Demi Moore, Paul Bettany, Zach Quinto 110 Min.
Die Menschen hinter der Meldung
24 Stunden, die alles änderten: die historischen Ereignisse in jenem September 2008, als die Märkte zusammenbrachen und die Börse in eine ihrer schwersten Krisen schlidderte, hat der junge Filmemacher J.C. Chandor nun auf Zelluloid gebannt. Sein Vater arbeitete selbst jahrelang im Brokergeschäft, was dem Sprössling einen umfassenden Einblick in die Hintergründe der zwielichtigen Geschäfte ermöglichte. Akribisch recherchiert und clever konstruiert Chandor die fiktive Geschichte eines Unternehmens, das stellvertretend für real existierende Urheber wie Goldman-Sachs steht.
Hier ist es der geniale Analyst Peter Sullivan (Zachary Quinto, der Spock aus „Star Trek“), der in jener Nacht beim Stöbern in den Büchern die drohende Katastrophe entdeckt. Über Monate hinweg hat sich eine Blase aus Transaktionen mit nicht vorhandenem Kapital gebildet, deren Ausmaße nicht mehr überschaubar sind. Er informiert den Führungsstab, der versucht den Schaden einzudämmen. Während der Chef der Abteilung Sam Rogers (Kevin Spacey) noch menschliche Skrupel aufweist und die zerstörten Existenzen hinter den Zahlen sieht, geht Konzernchef John Tuld (Jeremy Irons) mit eiskalter Berechnung vor und führt den gesamten Markt in den Untergang.
Es ist nicht weniger als eine Meisterleistung, wie es Autor und Regisseur J.C. Chandor mit „Margin Call“ gelingt, die Hintergründe verständlich werden zu lassen, ohne ein seichtes Drehbuch Marke „Börse für Dummies“ abzuliefern. Sein Einblick in eine der Realität vollkommen entfremdete Welt aus Zahlen ist in höchstem Maße faszinierend und hochspannend, getragen von einem starken Cast, der die glänzend ausgearbeiteten Figuren mit Leben erfüllt.
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 29.09.2011 / 11:00
- Rubrik:
- Kritiken LT
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