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Blue Valentine
USA 2010 Regie: Derek Cianfrance mit Ryan Gosling, Michelle Williams, Mike Vogel, Faith Wladyka, John Doman 112 Min.
Leben und Liebe
Liebesgeschichten sind in Hollywood zumeist verklärter Kitsch, der das Publikum vom Alltag und eigenen Problemen ablenken soll. Von der Realität, den Höhen und Tiefen, die eine Beziehung im Vorbeiziehen der Jahre oft durchläuft, könnte das in nicht weiter entfernt sein. Hin und wieder gibt es aber auch im US-Kino kleine, feine Filme, die nuancierter zu Werke gehen und das komplexe Thema Liebe in all ihren Facetten darstellen: Kennenlernen, Verliebtsein, Heirat und das erste Kind, aber auch Streit, Eifersucht, Wut und Verzweiflung. „Blue Valentine“ ist ein solcher Glücksfall. Dean (Ryan Gosling) und Cindy (Michelle Williams) sind am Ende ihrer Beziehung angelangt. Der Alltag hat ihre Liebe zerrüttet, heftige Auseinandersetzungen sind an der Tagesordnung. Der Stress in ihrem Job als Krankenschwester und die Erziehung der gemeinsamen Tochter Frankie machen Cindy zu schaffen. Sie kommt mit Deans lockerem Lebensstil nicht mehr zu recht und lässt ihre Launen an dem liebenswert-chaotischen Maler aus. Dabei sah es einmal so viel versprechend aus in ihrer Beziehung. Ein Wochenende in einem Liebeshotel soll die Ehe kitten, doch die zeigt längst unheilbare Brüche. Die gemeinsame Nacht im Alkoholrausch bringt Erinnerungen an bessere Zeiten ans Licht der Leinwand. Derek Cianfrance gelingt, was selten ist im kontemporären amerikanischen Kino: einen Beziehungsfilm, in dem sich Frauen wie Männer wiederfinden. Zu verdanken ist dies vor allem den beiden grandiosen Hauptdarstellern, die über die schwierige Produktionsdauer von zwölf Jahren hinweg an den Film glaubten. Michelle Williams („Wendy und Lucy“) und Ryan Gosling („Stay“) verkörpern die Entwicklung ihrer Figuren und die Spuren der Zeit realistisch. Ähnlich Ozons „5×2“ oder dem wesentlich lichteren „(500) Days of Summer“ ist die Hoffnung auf ein Happy End zwecklos. So bleiben Tränen in den Augenwinkeln der Kinogänger und vielleicht ein tiefes Gefühl der Vertrautheit.
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 09.08.2011 / 9:30
- Rubrik:
- Kritiken LT
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