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Toast

GB 2010 Regie: S.J. Clarkson mit Helena Bonham Carter Freddie Highmore Oscar Kennedy 96 Min.
Hunger nach mehr
Das britische Königreich assoziiert man nicht unbedingt mit Haute Cuisine. Bohnen, Eier und Toast sind für die meisten untrennbar mit der Inselküche verbandelt. Dabei hat England aktuell mit Jamie Oliver einen Fernsehkoch, Autor und Aktivisten zu bieten, der nicht nur in Sachen Charisma mit den Lafers und Mälzers hierzulande den Boden aufwischt. Die britische Küche hatte aber auch schon in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts ihren Star: den leidenschaftlichen Koch und Journalisten Nigel Slater. In der Autobiographie „Toast“ erzählte er seine Geschichte und gewährt dabei tiefe Einblicke in seine Kinderstube. Als Sohn der konservativen Upperclass war es ausgerechnet die Haushälterin Mrs. Potter, die die Leidenschaft für die Perfektion von Speisen in ihm weckte. Seine Eltern vertrauten lieber auf Dosenfutter und Weißbrotscheiben. Der freigeistige Gärtner Josh zeigt dem kleinen Nigel, dass das Leben weit mehr zu bieten hat und entflammt in ihm ein Feuer. Freizügig und intim schildert Slater seine Kindheit und reflektiert das schwierige Verhältnis zu seinen Eltern durch das Essen. Es sind einige wenige Jahre, die im Fokus stehen und ausführlich behandelt werden. Die eigentliche Karriere beschreiben nur die Textzeilen vor dem Abspann. Da wohl die meisten hierzulande mit Slaters Arbeit nicht vertraut sind, ist zumindest ein Blick in die Geschichtsbücher anzuraten. Dabei entdeckt man vielleicht aber auch die Seele des britischen Volkes, die Slaters Vita in allen Facetten wiederspiegelt.


Ein FILMtabs.de Artikel