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Der Biber
(The Beaver) USA 2010 R: Jodie Foster; D: Mel Gibson, Jodie Foster, Anton Yelchin, Jennifer Lawrence, Riley Thomas Stewart 91 Min. FSK ab 6
In den vergangenen Jahren hat Mel Gibson eher durch Alkohol- und andere Eskapaden Schlagzeilen gemacht. Nun hat ihn ausgerechnet Jodie Foster für ihre dritte Regiearbeit in der Hauptrolle besetzt. Wie selbstreflektierend Gibson dabei agiert, sollte jeder selbst entscheiden. Immerhin spielt er den Familienvater und Spielwarenkonzernchef Walter Black, dessen geregeltes Leben ins Trudeln geraten ist. Seine Frau Meredith (Jodie Foster) ist besorgt, sein jüngerer Sohn verwirrt und der Ältere verachtet ihn und setzt krankhaft alles daran, nicht so zu werden wie er. Irgendwann fehlt Walter gänzlich der Antrieb sich vom Sofa zu erheben und Meredith setzt ihn vor die Tür. Im Hotelzimmer, versunken im Alkohol, bleibt eigentlich nur der Sprung vom Balkon. Doch eine Handpuppe in Form eines Bibers hindert ihn daran. Fortan fungiert der Nager als eine Art selbsreflektierendes Sprachrohr Walters und kommuniziert anstelle seiner mit der Außenwelt. Der Trick funktioniert und Walter ist nicht nur wieder ganz, sondern sogar besser als der Alte. Allmählich stellt sich seiner Familie jedoch die Frage, ob Walter nun nicht mehr nur depressiv, sondern gänzlich verrückt geworden ist. Man erfährt recht schnell, warum sich Foster, die bereits mit „Das Wunderkind Tate“ eine sensible Betrachtung des Themas Autismus inszenierte, dem Drehbuch von Kyle Killen gewidmet hat. Er greift darin die unterschätzte Volkskrankheit Depression auf und stellt ihre Folgen realistisch und ungeschönt dar. „Der Biber“ ist aber auch eine Vater-Sohn-Geschichte und den überzeugenden Hauptdarstellern stehen zwei großartige Jungdarsteller gegenüber: Anton Yelchin („Star Trek“) verkörpert den Sohn, der sich nie ganz vom Erbe seines Vaters lösen kann, und Jennifer Lawrence („Winter’s Bone“) seine Freundin, die selbst mit den Trümmern der eignen Familie kämpft. Sie sind das Herz dieses einfühlsamen Dramas.
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 19.05.2011 / 12:30
- Rubrik:
- Kritiken LT
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