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9 Leben
R: Mari Speth 106 Min. FSK ab 12
„Die Straße ist zwar auch kein schöner Ort, aber immer noch besser als zu Hause.“ Eine ähnliche Aussage kann jede und jeder Einzelne der Protagonisten in Maria Speths Dokumentarfilm für sich bestätigen. Sie alle sind obdachlos, die meisten von ihnen mehr oder weniger freiwillig. Straßenkinder, Lebenskünstler, Aussteiger, die sich den gesellschaftlichen Normen nicht unterwerfen wollen und können. Selbstbewusst schildern sie den Alltag auf der Straße, die Widrigkeiten und Momente des Glücks. Hinter jedem von ihnen steckt allerdings auch eine Geschichte, die berührt. In stilvollem Schwarzweiß in einem leeren Raum sitzen die Menschen und erzählen von Gewalt, Drogensucht und familiären Abgründen. Kleine Nuancen in den Gesichtszügen, eine Pause im Fluss der Wörter, ein Beben in der Stimme zeugen von dem erlittenen Leid und unterdrückten Tränen. Neun Menschen, neun Leben auf der Straße porträtiert die deutsche Regisseurin Speth, die zuletzt mit dem Spielfilm „Madonnen“ auf der Berlinale debütierte. Ihre Dokumentation lief im Wettbewerb des diesjährigen Dokumentarfilmfestivals in Leipzig und erhielt dort den DEFA-Förderpreis. Auf unprätentiöse und stilistisch kunstvolle Weise zeigt sie ein facettenreiches Bild der Realität auf deutschen Straßen und neun unterschiedliche Lebenswege, die faszinieren, bewegen und inspirieren.
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 19.05.2011 / 12:30
- Rubrik:
- Kritiken LT
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