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True Grit
USA 2010 (True Grit) Regie: Ethan Coen, Joel Coen mit Jeff Bridges, Hailee Steinfeld, Matt Damon, Josh Brolin 110 Min. FSK ab 12
Gemächliche Rache
Die Coen Brüder haben einen waschechten Western gedreht – dass es noch nicht früher dazu kam, ist eigentlich überraschend, waren ihre Filme doch oft von klassischen Elementen des Genres durchsetzt. So ist es fast logische Konsequenz, dass sie für „True Grit“ zwei ihrer früheren Hauptdarsteller gegeneinander antreten lassen. Josh Brolin („No Country for Old Men“) spielt den Bösewicht, Jeff Bridges seinen Jäger und der legt dabei eine dermaßen entspannte „Dudeness“ an den Tag, wie wir sie zuletzt in „The Big Lebowski“ erleben durften. Dabei tritt Bridges in die Stiefelstapfen einer amerikanischen Ikone: John Wayne spielte einst oscargekrönt in seiner Spätphase den „Marshall“ in der Adaption des Romans von Charles Portis. Diesen haben sich die Coens nun ausgesucht für ihren waschechten Pistolenfilm. Dabei handelt es sich aber nicht wirklich um ihr erstes Remake, orientieren sie sich doch viel mehr an der Buchvorlage. Im Mittelpunkt steht die 14jährige Matti Ross (Hailee Steinfeld), die in den 1870ern in das Städtchen Fort Smith in Arkansas kommt. Sie soll den Leichnam ihres Vaters überführen, der von seinem Reitkumpanen Tom Chaney (Brolin) erschossen wurde. Da sich allerdings niemand um die Verfolgung des Delinquenten kümmert, nimmt der resolute Teenager die Dinge kurzerhand selbst in Angriff. Sie heuert den versoffenen Marshall Rooster Cogburn (Bridges) an, Chaney zu Strecke zu bringen. Gleiches hat auch der Texas Ranger Laboeuf (Matt Damon) im Sinn. Also reitet das ungleiche Trio kurzerhand Seite an Seite durch die Prärie. Dabei ist es vor allem eine Wohltat, dass die Coens ihren typischen trockenen Humor nicht im Staub der Prärie gelassen haben. Die Vielfilmer beweisen erneut, dass sie sich derzeit auf einem kreativen Höhenflug befinden und verleihen dem klassischen Stoff genau das richtige Maß an Unterhaltungswert. Auf der schauspielerischen Seite glänzt Jeff Bridges einmal mehr und setzt sich über die Vergleiche mit dem Original Wayne locker hinweg. Die größte Überraschung ist die junge Hailee Steinfeld, die ihre erste große Rolle bravourös meistert.
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 24.02.2011 / 4:00
- Rubrik:
- Kritiken LT
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