« La danse. Das Ballett der Pariser Oper | Home | Der Auftragslover »
Howl - Das Geheul
USA 2010 (Howl) Regie: Rob Epstein, Jeffrey Friedman mit James Franco, Todd Rotondi, Jon Prescott 90 Min.
Wut und Worte
San Francisco, 1957: ein amerikanisches Meisterwerk steht vor Gericht – Allen Ginsbergs „Howl“ erhitzt die Gemüter. Als revolutionäres Manifest von der jungen Generation gefeiert, als obszönes Machwerk von den Alten verteufelt, bricht der Gedichtband alle Konventionen. Sein Autor nimmt in einem Interview Stellung, das als Grundlage für diese Melange aus Fakten und Fiktion dient.
Virtuos verwirbeln die gefeierten Dokumentarfilmer Rob Epstein und Jeffrrey Friedman („Paragraph 175“) Originalaufnahmen des Gerichtsprozesses gegen das wichtigste Werk der Beat-Generation mit nachgestellten Szenen und kunstvollen Visualisierungen der kraftvollen Gedichte. James Franco („Spider-Man“) mimt den jungen Poeten einfühlsam und mit Verve. Der Rhythmus des Jazz treibt die Zeilen voran. Düstere Animationssequenzen ziehen uns tief in die Gedankenwelt Ginsbergs hinein und machen seine Worte fühlbar.
Epstein und Friedman gelang ein umfassendes Zeitbild, das auf der Berlinale seine Premiere feierte. Die damals hart erkämpfte Freiheit der Ausdruckskraft des Individuums hatte weit reichende Folgen, deren Auswirkungen auch im heutigen Amerika zu spüren sind. Am Ende macht „Howl“ aber vor allem Lust auf mehr Worte des genialen Autors – und das ist das höchste Lob, das man einem Biopic aussprechen kann.
Ein FILMtabs.de Artikel
Du liest zur Zeit “Howl - Das Geheul,” einen Artikel auf filmtabs
- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 07.01.2011 / 2:00
- Rubrik:
- Kritiken LT
keine Kommentare
Zum Kommentar-Formular springen | Kommentare RSS | Trackback URL