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Ein Mann von Welt

Norwegen, 2010 (En Ganske Snill Mann) Regie: Hans Petter Moland mit Stellan Skarsgård, Bjørn Floberg, Gard B. Eidsvold, Jorunn Kjellsby, Jan Gunnar 111 Min. FSK ab 12
Großartig gleichmütig
Wie machen die das bloß? Skandinavische Komödien sind immer eine verlässliche Konstante in den Kinos. In Sachen schwarzer Humor und absurde Situationskomik macht den Nordlichtern keine andere Filmregion etwas vor. Besonders in Norwegen pflegt man die Vorliebe fürs Schräge, wie auch Hans Petter Molands in diesem Jahr auf der Berlinale uraufgeführte Komödie beweist.
Sein Protagonist Ulrik (wunderbar stoisch: Stellan Skarsgård) kommt nach einer 12jährigen Haftstrafe wegen Mordes aus dem Knast und sehnt sich eigentlich nach einem ruhigen Leben. Das gönnen ihm aber weder seine ehemaligen kriminellen Kumpanen, noch die Vermieterin seiner kargen Kellerabsteige. So gibt sich Ulrik gleichmütig dem Sex mit der griesgrämigen Schachtel hin und widerspricht auch nicht, als seine Kumpel Rache fordern an dem Typen, der ihn hinter Gitter gebracht hat. Das Gefängnis hat aus Ulrik jedoch einen anderen Menschen gemacht und der sinn nach Vergeltung ist scheinbar nicht mehr so flammend wie damals. Sich mit Geir zu versöhnen ist ihm wichtiger, denn sein Sohn erwartet selbst ein Kind.
Es ist wunderbar, wie das Drehbuch von Kim Fupz Aakeson („1:1 – Eins zu Eins“) Tragik und Komik verbindet. In einem Moment schaut man noch in das vom Leben gegerbte Gesicht von Ulrik, im nächsten amüsiert man sich über die Idiotie seiner Handlanger. „Ein Mann von Welt“ überrascht mit aberwitzigen Ideen, reichlich Situationskomik und dem Herz am rechten Fleck. Dabei gibt Aakeson seine Figuren in keinem Moment der Lächerlichkeit preis.


Ein FILMtabs.de Artikel