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Miral

F/I/ISR/IND 2010 Regie: Julian Schnabel mit Hiam Abbass, Freida Pinto, Yasemine Al Masri, Alexander Siddig, Willem Dafoe 112 Min.
Seit der Gründung des Staates Israel 1948 schwelt der hitzigste Konfliktherd des Nahen Ostens. Die Palästinensische Journalistin Rula Jebreal rollte die Chronik des Kampfes zwischen Juden und Moslems um Grund und Glauben in ihrem Tatsachenroman „Miral“ auf, den ihr Ehemann, der Maler, Autor und Filmemacher Julian Schnabel nun verfilmte.
Ausgangspunkt der Geschichte ist die Gründung eines Waisenhauses im Osten Jerusalems. Die wohlhabende und weltoffene Hind Husseini (Hiam Abbas) liest eine Gruppe palästinensischer Kinder von der Straße auf und gibt ihnen ein Zuhause. Für sie ist Bildung die stärkste Waffe gegen Unterdrückung. Mit einer Mauer schottet sie ihre Schützlinge vor der Außenwelt ab. Mit Liebe und Fürsorge wachsen sie heran. Die 7jährige Miral wird nach dem Tod ihrer Mutter Teil der Gemeinschaft. Sie wächst zu einer starken, intelligenten Frau heran. Als sie sich mit 16 Jahren in den politischen Aktivisten Hani (Omar Metwally) verliebt, muss ihr Vater (Alexander Siddig) mit ansehen, wie sie zunehmend radikalisiert wird.
Schnabel ist ein höchst emotionaler Regisseur und die Adaption der autobiographisch geprägten Geschichte seiner Frau ist ihm ein persönliches Anliegen. Dabei polarisiert er mit einer einseitigen Sichtweise auf ein höchst politisches Thema. Am Ende reüssieren wir, dass Schnabel der falsche Mann auf dem Regiestuhl war. Der ständige Einsatz verwackelter Handkamerabilder, der bei „Schmetterling und Taucherglocke“ noch Teil seines künstlerischen Ausdrucks war, wird hier außerdem zum Kraftakt für den Kinogänger.


Ein FILMtabs.de Artikel