« Somewhere | Home | Unstoppable - Außer Kontrolle »

Der letzte schöne Herbsttag

R: Ralf Westhoff; D: Julia Koschitz, Felix Hellmann, Katharina Marie Schubert 89 Min.
In Ralf Westhoffs gesprächigem Erstling „Shoppen“ trafen sich Singles zum Speed Dating und offenbarten dabei einige interessante Details über Frauen und Männer in der gegenwärtigen Gesellschaft. Allerdings war sein Debüt deutlich zu gesprächig geraten und am Ende wurde die Handlung platt gequatscht. „Der letzte schöne Herbsttag“, der schwierige zweite Film nach dem Überraschungserfolg, hat eine fast ebenso hohe Wortfrequenz, macht aber viel mehr richtig. Die Konzentration auf ein Pärchen in der Krise ist konsequent und interessant, nicht zuletzt dank zweier überzeugender Darsteller, deren Herkunft vom Theater man ihrem Spiel zwar – wie im hiesigen Kino leider viel zu oft – ansieht, die ihre stellvertretenden Rollen als Durchschnittsmann und -frau aber überzeugend verkörpern.
Julia Koschitz spielt Claire, Hypochonder und Liebesbedürftig für zwei. Leo, den Felix Hellmann hier und da zu sehr am Rande zur Karikatur verkörpert, ist Öko-Freak und Naturbursche. Ihm ist es meist wichtiger, sich über die Welt im Allgemeinen aufzuregen, als Claire die nötige Aufmerksamkeit zu schenken. Meistens ist sie ihm schlicht egal. Da ist der Streit vor- oder eher nachprogrammiert, denn wir haben es hier mit einer Beziehungsendabrechnung vor der Kamera zu tun. Das ist absolut wörtlich zu nehmen, denn die Protagonisten sitzen vor der Linse und teilen ihre Gefühle und Gedanken. Das sorgt für die nötige Leichtigkeit im eigentlich schweren Sujet einer gescheiterten Liebe. Ganz sicher umschifft Westhoff die Klischeeklippen nicht, aber er erleidet am Ende auch nicht Schiffbruch.


Ein FILMtabs.de Artikel