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Die kommenden Tage
D 2010 Regie: Lars Kraume Mit Bernadette Heerwagen, Johanna Wokalek, August Diehl, Daniel Brühl, Ernst Stötzner, Susanne Lothar 130 Min. FSK ab 12
Fremde Zukunft
Deutschland im Jahre 2020: eine junge Frau durchschreitet die stählernen Tore, die einen Ausgang aus einem kilometerlangen Schutzwall gewähren und wagt den Weg in die Außenwelt, in ihren Armen ein Kind. Acht Jahre zuvor ist die Welt noch eine andere. Laura Kuper (Bernadette Heerwagen) ist Studentin und die Zukunft steht ihr offen.
Doch ihr Zuhause liegt in Trümmern. Die Ehe ihrer Eltern Walter (Ernst Stötzner) und Martha (Susanne Lothar) ist längst gescheitert, auch wenn die Mutter es nicht wahrhaben will. Ihr Bruder Philip, der Jüngste im Glied, leidet am meisten darunter. Auf der Suche nach Halt verpflichtet er sich für die Bundeswehr. Cecilia (Johanna Wokalek), ihre Schwester, lehnt sich gegen die Eltern auf. In ihrer Protesthaltung wird sie bestärkt von Konstantin (August Diehl), einem aufmüpfigen Revolutionär, der sich gerne reden hört.
Während Laura in dem idealistischen Anwalt Hans (Daniel Brühl) eine Stütze in einer immer bedrohlicher werdenden Weltlage findet, suchen Cecilia und Konstantin die Revolution. In der Untergrundorganisation „Schwarze Stürme“ sehen sie ein Mittel zum Umsturz der Gesellschaft. Doch bald wachsen Cecilia die Ausmaße ihrer Taten über den Kopf. Laura kämpft verzweifelt um ihre Schwester, hat sie aber längst verloren.
Lars Kraume („Keine Lieder über Liebe“) entwirft das Bild einer nahen Zukunft – zu nah, wie man am Ende sagen muss. Zwar erscheinen seine Visionen im Großen und Ganzen wie mit Hilfe von Futurologen erstellte, logische Konsequenzen unserer Gegenwart. Doch seine Dystopie wirkt zu fremd, in ihrer behaupteten Unmittelbarkeit. Unterm Strich bleibt „Die kommenden Tage“ so eine überambitionierte Fiktion mit hervorragenden Schauspielern und aufwändigen Sets.
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- Publiziert von:
- Lars Tuncay, 09.11.2010 / 2:00
- Rubrik:
- Kritiken LT
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