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I Am Love

Italien 2009 (Io sono l’amore) Regie: Luca Guadagnino mit Tilda Swinton, Flavio Parenti, Edoardo Gabbriellini, Alba Rohrwacher 119 Min. FSK ab 12
Fremd in der Familie
Die Kamera tanzt durch das herrschaftliche Haus der Recchi. Der gut situierte, traditionsreiche Clan einer alteingesessenen Mailänder Modedynastie ergeht sich in endlosen Dinnerparties und Familienfeiern. Emma (Tilda Swinton) sitzt in ihrer Mitte und fühlt sich doch fremd. Die Ehe mit Eduardo (Flavio Parenti) ist eher Formsache. Schon lange haben die beiden unterschiedlichen Charaktere sich nichts mehr zu sagen. Der Gatte ist nach dem Abdanken seines Vaters (Gabriele Ferzetti), des Konzernchefs und Familienoberhaupts, damit beschäftigt, die Strippen des Unternehmens in die Hand zu nehmen. Ihre Kinder stehen längst auf eigenen Beinen und sind dem Nest entflogen.
Emma reagiert daher angeregt, als Antonio (Edoardo Gabbriellini), der Freund ihres Sohnes Tancredi (Pippo Delbono), ihre Sinne kitzelt. Der experimentierfreudige Koch wird Emmas Liebhaber. Immer öfter treffen sich die beiden Verliebten in Antonios idyllischem Landhaus, das zu einem Refugium für Emma wird. Doch ihr Seitensprung hat fatale Folgen für die Familie.
Fast dokumentarisch fängt der Regisseur Luca Guadagnino zunächst den familiären Alltag in kunstvollen Bildern ein und lässt sich dafür viel Zeit. Erst allmählich fokussiert er den Blick auf Emma, deren Strahlen nur Fassade ist. Tilda Swinton spielt sie mit einnehmender Schönheit, die schließlich in der verbotenen Liebe aufblüht.. Sie formt diese Figur einer starken Frau, die um Emanzipation aus ihrer erdrückende Umwelt kämpft. Ihr Schicksal berührt zutiefst, während uns die Bilder umschmeicheln.


Ein FILMtabs.de Artikel